Sieben Tage im Leben einer toten Giraffe – Tag 6

Sieben Tage im Leben einer toten Giraffe

Sechster Tag


Ngala war verschwunden und hatte seine Giraffe alleine zurück gelassen.

Auch war er nicht in der Nacht zurückgekommen um seine makabren Totenwache wieder aufzunehmen.

Jetzt hatten die Schakale und Geier das Sagen an der Giraffe und die Geier warten geduldig.

Fleisch gibt es für alle reichlich aber dennoch brechen sofort Streitigkeiten aus.

Die Schakale verjagen die Geier, die Geier verjagen sich gegenseitig und die Sonne verjagt alle.

Im Laufe des Tages trafen immer mehr Geier bei der toten Giraffe ein.

Die Geierpost hier in Afrika arbeitet schnell und zuverlässig.

Tote Giraffe – Stop – Im Auob River – Stop – Vor dem 14ten Wasserloch – Stop – Kein Jäger dort – Stop

Geier sind hervorragende Segler und können sehr lange Zeit, ohne viel Kraftaufwand, in der Luft bleiben. Sie nutzen die Thermik der aufsteigenden, warmen Luft um etliche Kilometer zu fliegen.

Nur die Landungen sehen so aus, als würde ein Amateur am Steuer sitzen.

Sie kommen langsam mit weit geöffneten Flügeln angesegelt, dann der Touch Down mit den Füßen am Boden, dabei etwas laufen, ein halber Purzelbaum und mit den Flügeln abfangen.

Auch ein Laped Face Geier hatte sich hier eingefunden.

Sie sind meist die ersten bei einem Kadaver, denn sie haben den stärksten Schnabel unter den Geiern. Mit diesem speziellen Schnabel können sie ein totes Tier leichter aufbrechen, aber bei der Giraffe half der wohl auch nicht.

Oder die Weißrückengeier haben ihn nicht an die Giraffe gelassen denn er saß etwas abseits der anderen Geier und flog nach kurzer Zeit weg.

Was wird morgen von der Giraffe übrig sein?