Sieben Tage im Leben einer toten Giraffe – Tag 5

Sieben Tage im Leben einer toten Giraffe

Fünfter Tag


Wieder bearbeitet Ngala seine Giraffe in der Kühle des frühen Morgens und wieder bekommt er kein Fleisch von ihr.

Soviel Zeit und Kraft hat er bereits an ihr verschwendet. Blut gibt es auch keines mehr, was seinen Durst und etwas den Hunger stillen könnte.

Mit leicht hängenden Kopf wendet er sich von seiner Giraffe ab, kehr ihr den Rücken zu und schenk ihr keine Beachtung mehr.

Plötzlich dreht er sich um, schreitet an ihr vorbei ohne sie anzuschauen und läuft in Richtung aufgehende Sonne.

Erst weit hinter der Giraffe sucht er sich am anderen Flussufer ein neues schattiges Plätzchen um sich auszuruhen.

Die Schakale sind von seiner Aktion völlig überrascht und trauen der neuen Situation nicht.

Lieber bleiben sie der Giraffe fern, jetzt haben sie Ngala nicht mehr im Blick wenn sie sich etwas von seiner Giraffe stehlen wollen. Und mit welcher Schnelligkeit und Macht er zurückkommen kann, hatte sie ja bereits erfahren.

So liegt sie noch immer dort im Flussbett, die tote Giraffe.

Ewas angefressen, alleine und tod.

Alle haben sie verlassen, nur weil sie so schöne und feste Haut hat.

Ab heute hat Ngalas Giraffen Diät ein Ende.

Im Laufe des Tages verschwand er völlig, zog wahrscheinlich in die Dünen um sich etwas zu jagen und zu fressen zu suchen, nur keine Graffe mehr.

Die Ruhe bei der Giraffe, kein Löwe, keine Schakale, ziehen nun die ersten Geier an.

Fünf Weißrückengeier sitzen in einiger Entfernung in einem abgestorbenen Baum und beobachteten argwöhnisch die Umgebung und natürlich den Fleischberg.

Noch trauten sie sich aber nicht zur Giraffe hin, um sich ihren Anteil an dem Fleisch zu holen.