Namibia – Desert Elephants – 29.12.2017

Namibia

** Palmwag **

28 Dezember 2017

Nach der zweiten Nacht in Palmwag wurde es Zeit, dass ich zu der Etosha aufbreche. Am Morgen noch einmal kurz das Internet hier nutzen, erst gegen 10:30 Uhr brach ich in Richtung Osten auf.
Gleich hier bei Palmwag ist eine kleine Tankstelle, mein Auto verlangte nach Kraftstoff, als noch schnell tanken. Bis Kamanjab waren es doch noch 130km, dazwischen ist Nichts, und einen Test, wie gut die Kraftstoffanzeige in meinem Auto ist, will ich hier nicht machen.
Hmm, schnell tanken ist hier nicht. Zu einem herrschte an der einzigen Zapfsäule Andrang, zum anderen kann man hier nicht mit der Visa Karte bezahlen und einen Geldautomaten gibt es auch nicht.
Dennoch bekam ich glücklicherweise meinen Diesel, auf Rechnung, musste dafür aber wieder zur Lodge zurück fahren, um dort zu bezahlen.
Nun konnte es endlich losgehen, oder auch nicht so richtig.
Südlich von Palmwag ist die Veterinärsgrenze, eine imaginäre Grenze, die sich durch das ganze Land, von Osten nach Westen zieht.
Im Norden von Namibia gibt es immer wieder Fälle von der Maul und Klauenseuche, im Süden hat man sie im Griff.
Somit kann man alle Lebensmittel vom Süden in den Norden des Landes bringen, aber nicht vom Norden in den Süden. Kommt man jedoch vom Norden, darf man kein rohes Fleisch, Bilton, Eier oder Milch mit über diese Grenze nehmen.
Man wird erst einmal von einem Polizisten befragt woher man kommt und wohin man will. Anschließend wird man registriert, das leben die Afrikaner, alles muss aufgeschrieben und dokumentiert werden.
In der Zwischenzeit werden die Reifen des Autos, durch einen Mitarbeiter das Veterinärsamt desinfiziert. An manchen Grenzen müssen auch die Schuhe desinfiziert werden, deshalb habe ich immer ein zweites Paar griffbereit im Auto liegen.
Die Beamten glauben es einem nie, nur mit einem Paar Schuhen zu reisen und will man nicht seine ganzen Taschen durchsuchen, ist das die beste Lösung.
Die Schuhe sind hier kein Problem, aber natürlich musste das Auto oberflächlich durchsucht werden. Einen Blick in den Kühlschrank, einen Blich in eine Plastikbox und ein Blick auf die Rückbank, dann durfte ich weiter fahren.
Wer etwas mit über diese Grenze bringen möchte, der hat kein Problem, aber ich hatte ja wirklich nichts mit.

Somit fuhr ich über den Grootberg Pass bis nach Kamanjab um dort neue Lebensmittel einzukaufen.
Ein typischer Lebensmittelladen hier im Norden, man hat alles und nichts und die frischen Lebensmittel sehen nicht so gut aus, gerade das Fleisch.
Aber es soll hier ja auch noch einen Schlachter geben, also werde ich dort nach Fleisch Ausschau halten.
Der Schlachter war gleich hinter dem Supermarkt und hatte eine bessere Auswahl. Ich entschied mich für tiefgefrorenen Orix Filets, die sind gut haltbar und schmecken traumhaft.
Es war bereits Nachmittag geworden und somit änderte ich meinen Plan, nicht mehr heute in die Etosha zu fahren, sondern eine Nacht im Porcupine Camp, gleich hier um die Ecke, zu verbringen.
In diesem Camp war ich 2010 bereits einmal. Ein einfaches, rustikales, aber günstiges, Camp, betrieben von Katrin und Antje, Mutter und Tochter, mit Kaffee und Kuchen am Nachmittag und der Stachelschweinfütterung am Abend.
Kurzerhand fuhr ich zum Camp, wurde freundlich erst von den Hunden und dann von Katrin empfangen.
Ja, sie hätte noch Platz für mich, kein Problem, es sind nur zwei weitere Gäste für die Nacht gebucht.
Als ich ihr erzählte, das ich vor sieben Jahren schon einmal hier war, freute sie sich sehr und so verbrachten wir den restlichen Nachmittag auf der schattigen Veranda, wo einem die kleinen Mopanefliegen in Ruhe lassen.
In dieser Gegend gibt es sehr viele Mopane oder Schmetterlingsbäume, denn die Blätter sind wie die Flügel eines Schmetterlings geformt. Entsprechend hunderte oder tausende, der kleinen, nervigen Mopanefliegen gibt es hier, die einem ständig um den Kopf schwirren.
Katrin erzählte mir, dass Antje mittlerweile in Swakopmund lebt, sie vor drei Jahren einen Schlaganfall hatte und das Camp nun langsam dem Ende zuginge.
Die anderen Gäste kamen, schauten sich den Campground an und fuhren wieder weg, es ist wohl zu Rustikal für sie, denn die Toiletten und Duschen sind nur mit einen grünen, netzartigen Gewebe umspannt und nach oben offen.
So saßen wir auf der Veranda und erzählten und erzählten.
Es kam ein weiteres Auto mit einem deutschen Paar und einem kleinen Kind, sie blieben und etwas später kam noch ein Auto mit einer südafrikanischen Familie, auch sie blieben.
Katrin war völlig überrascht und sehr glücklich über den vielen Besuch und meinte zu mir, ich würde ihr Glück bringen und ich solle doch noch etwas bleiben.
Später fragte sie mich, ob ich Mitte Januar den Campground für ein paar Tage verwalten und die Tiere versorgen möchte, denn sie will mit ihrer Tochter in die Etosha fahren.
So schnell kommt man zu einem Job in Namibia, da ich aber meine Tage hier zählen muss, denn ich habe ja nur 90 mit meinem Touristenvisum musste ich das Angebot leider ablehnen.
Gegen Abend zog ich mich auf meinen Stellplatz zurück, die Mopanefliegen hatten sich auch bereits zurückgezogen und überließ die Veranda und das Stachelschweinfütterungsritual den anderen Gästen.