Namibia 2016 – Fairy Circles – Stage #04

Luderitz, Kolmanskop, Bogenfels

  • Kolmanskop liegt rund 15 Kilometer von Lüderitz entfernt und verdankt seine Entstehung dem Diamantenboom Namibias Anfang des 20. Jahrhunderts.
  • Mitten in der unwirtlichen Umgebung der Namib entstand 1905 diese deutsche Kleinstadt mit rund 400 Einwohnern.
  • Errichtet wurden neben Verwaltungsgebäuden und Wohnhäuser, ein Elektrizitätswerk, eine Eisfabrik und alle Geschäfte des täglichen Bedarfs wie eine Metzgerei, eine Bäckerei und ein Tante-Emma-Laden sowie eine Grundschule.
  • Zur Unterhaltung der Einwohner standen eine Turnhalle, eine Kegelbahn, ein Schwimmbad und ein Ballsaal zur Verfügung. Um in Kolmanskop von einem Ende zum anderen zu gelangen und Lasten zu transportieren, gab es sogar eine Schmalspurbahn.
  • Im örtlichen Krankenhaus gab es das erste Röntgengerät Afrikas.
  • Dieses wurde jedoch nicht nur für die Diagnose von Knochenbrüchen verwendet, sondern auch zum Durchleuchten der Arbeiter, um eventuelle Diamantendiebstähle aufzudecken.
  • Der größte Teil des benötigten Trinkwassers wurde aus Kapstadt mit Schiffen transportiert, das rund 1.000 Kilometer von Kolmanskop entfernt liegt.
  • Jedem Einwohner in Kolmanskop standen täglich 20 Liter Trinkwasser zu. Auch eine halbe Stange Eis pro Tag bekam jede Familie aus der Eis- und Limonadenfabrik.
  • Das Wasser, das Eis und auch die Milch, wurden den Einwohner von Kolmanskop kostenlos zur Verfügung gestellt.
  • Das gesamte Material, das zum Erbauen der Gebäude notwendig war, wurde aus Deutschland importiert und über Lüderitz nach Kolmanskop transportiert.
  • Für die reichen Bewohner Kolmanskops standen herrschaftliche Villen zur Verfügung, die über jedweden Luxus verfügten und nach deutschem Vorbild gebaut wurden.
  • Ab dem Jahr 1931 waren die Diamantenvorkommen so gut wie erschöpft und die Diamantensucher zogen weiten zum nächsten Gebiet.
  • Im Laufe der Zeit zogen die Menschen aus Kolmanskop fort, um an neuen Orten ihr Glück zu suchen.
  • Damit war auch das Ende der wunderbare Gärten gekommen, in selbst hier in der trockenen Namib angelegt wurden.
  • Auch die Minenverwaltung und das Krankenhaus wurden schließlich geschlossen und 1956 verließ die letzte Familie die einst so reiche und florierende Stadt.
  • Am Beginn der Tour durch das Diamanten-Sperrgebiet ist außer dem grauen Sand und Steinen nicht viel zu sehen.
  • Über kleinere Seitenstraßen kommt man nach Grillenthal. Eine Stelle, an der statt Diamanten, Wasser gefunden wurde. Es war zwar etwas brackig, aber mit anderem Wasser gemischt konnte man es Trinken.
  • Die Diamanten befinden sich in Senken und der ganze Sand und Kies wurde bis auf das Grundgestein abgetragen und gesiebt.
  • Anschließend wurde der Rest auf eine Schmalspurbahn verladen und zur Mine transportiert.
  • Das Pomona Gebiet war während des Diamantenbooms in Namibia eine der ergiebigsten Gegenden. So wurden zwischen 1912 und 1914 mehr als 1 Million Karat (etwa 200 kg) gefördert.
  • Bei der Diamantenmine von Pomona finden sich die Überreste von dutzenden Waschsieben, in denen die Diamanten von Hand ausgewaschen wurden.
  • Die Diamanten waren hier so zahlreich vorhanden, dass sie anfangs mit bloßen Händen aufgelesen werden konnten.
  • In Namibia kommen die Diamanten hauptsächlich in sekundären Lagerstätten vor. Die vielen Diamanten kommen aus Südafrika, aus den Drakensbergen. Sie sind über die Jahrtausende durch den Oranje River ins Meer gespült worden. Hier haben nördliche Meeresströmungen sie anschließend an der Küste abgelagert.
  • Auch in Pomona wurden innerhalb kurzer Zeit Wohnhäuser, eine Schule und eine Kegelbahn, sowie die Anlagen zur Diamantenförderung gebaut.
  • Zum Transport der Arbeiter und des Materials gab es hier ebenso ein Schienensystem wie in Kolmanskop.
  • Der Bogenfels ist eines der markantesten geologischen Gebilde Namibias.
  • Ein kleiner Bogenfels entsteht an einer weiteren Stelle.
  • Die 55 Meter hohen Kalksteinklippen trotzen dem Wind und den Wellen des Atlantiks.
  • Eigentlich kann das „Ding“ dort gar nicht existieren. Zwei riesige Steinplatten, die gegeneinander gelehnt im Nichts stehen. Es sieht aus, wie von Menschenhand dorthin gesetzt, ein faszinierender Anblick.