Namibia 2016 – Fairy Circles

Fairy Circles – Feenkreise

Der Titel zu meiner Namibiatour 2016 ergab sich zufällig in den ersten drei Tagen meiner Tour. Ich befand mich auf dem Rückweg aus dem Sossusvlei zum Campground und sah die ersten Feenkreise auf dieser Reise. Kurz nach dem Dip durch den Tsauchab River befindet sich auf der linken Seite, zwischen der Straße und den Dünen, ein Streifen trockenes Grasland. Von dieser Stelle aus, bis hin zur Elim Düne, kurz vor dem Campground, befinden sich die Feenkreise.
Feenkreise hatte ich bereits auf einigen anderen Reisen durch Namibia gesehen, allerdings immer nur aus dem fahrenden Auto heraus. Da es sich bei diesen Reisen aber immer um geführte Touren gehandelt hatte und Feenkreisen nicht zum Programm gehörten, wurde hier nie angehalten.
Auf dieser Tour war alles anders, ich war alleine unterwegs und konnte immer und überall anhalten. Ich stellte mein Auto neben der Straße auf dem Schotterstreifen ab, nahm meine Kamera und ging zu den Feenkreisen. Zu Beginn sah ich mir sie nur von außen an, ich wollte nichts zerstören. Ich fotografierte sie, wanderte zwischen ihnen umher und schaute mir die Ränder, die mit einem Kranz aus höherem Gras als in der Umgebung umsäumt sind, genauer an. Auch das Innere der Feenkreise, in denen absolut nichts wächst, sah ich mir genauer an. Da sich aber nichts, keine Pflanzen, keine Tiere, nur der Sand in der Mitte befand, betrat ich schließlich auch einen Feenkreis.

Aber was sind Feenkreise?

Feenkreise sind kreisförmige vegetationslosen Flächen, die von einem Kranz aus höherem Gras, als in der Umgebung, umsäumt sind. Sie zeichnen sich deutlich in den trockenen Graslandschaften im südlichen Afrika ab.
Hauptsächlich findet man sie im Westen Namibias, in der Namib, im Kaokoveld oder im Marienfluss und in der Giribis-Fläche. Aber auch im Norden Südafrikas und im südlichen Angola findet man Feenkreise. Im Jahr 2015 wurden erstmals auch Feenkreise außerhalb von Afrika im australischen Outback entdeckt, was den Spekulationen über ihre Entstehung neuen Nährboden gibt.
Die Größe der Feenkreise kann sehr unterschiedlich, von einigen Zentimetern bis zu 12 Metern, ausfallen und wo ein Feenkreis ist, sind viele Feenkreise.

Aber wie entstehen Feenkreise?

Das ist die große Frage für alle, die sich mit Feenkreisen beschäftigen. Es gibt zahlreiche Theorien über ihre Entstehung und trotz jahrzehntelanger wissenschaftlichen Untersuchungen, gibt es bis jetzt keinen eindeutigen Beweis.
Lange galt die These, dass Sandtermiten den Boden von Gräsern befreien, um das wenige Regenwasser in tiefere Bodenschichten zu ihren Bauten zu leiten. Aber auch anderen Termiten- und Ameisenarten wird die Entstehung der Feenkreise zugeschrieben. In vielen Feenkreisen befinden sich auch Nester von Termiten, aber halt nicht in allen.
Auch viele andere Thesen werden vertreten, von sukkulenten Euphorbiaceen (kakteenartige Wolfsmilchgewächse) die an diesen Stellen gewachsen sind, bis hin zu Außerirdischen, die in ihren Ufos hier gelandet seien. Aber auch Meteoritenschauer oder Gase und Flüssigkeiten geologischen Ursprungs werden der Entstehung zugerechnet.

Erste Beschreibung der Feenkreise

Bereits 1860 beschrieb der englischer Künstler und Forschungsreisender John Thomas Baines die „fairy circles“.
Er beobachtete, wie nach dem Regen unendlich viele geflügelte Termiten aus kleinen Löcher in den Kreisen, aufstiegen.
Wer die Einsamkeit und die märchenhafte Landschaft einmal im Sonnenauf- oder -untergang erlebt hat, kann sich gut vorstellen, dass Baines bei dem Anblick der tanzenden Schwärme der Meinung war, tanzende Feen zu sehen.
Feenkreise?
Am Abend saß ich am Lagerfeuer und dachte über meine Reise und die Erlebnisse des Tages nach.
Als ich zwischen den Feenkreisen gewandert bin fragte ich mich: „Sollte dieses Geheimnis überhaupt gelüftet werden? Lässt solch ein Geheimnis nicht viel mehr Raum für die Phantasie und Mythen?“.
Das Volk der Himbas wanderte vor ungefähr 500 Jahren von Botswana aus in die Region der Feenkreise, in den heutigen Norden Namibias und Süden Angolas.
Sie kennen die Feenkreise sehr genau und ihr Selbstverständnis zu der Entstehung der Feenkreise ist sehr rational. Die Wildtiere, gerade die Antilopen, Strauße und Zebras wälzen sich immer wieder an denselben Stellen im Gras, dadurch verfestigt sich der Sand und das Gras stirbt ab. Aus diesem Grund verwendet dieses Hirtenvolk die Feenkreise oft als Baugrund für ihre Rundhütten.
Unsere europäische Erklärung gefällt mir viel besser. Es ist einfach faszinierend diese Feenkreise zu sehen, mit ihrer fast perfekten Geometrie, dem „leeren“ Inneren und einem Kranz außen herum. Es ist schön, dass es noch solche Geheimnisse gibt! Hoffentlich hält dieses am längsten.

Feen:

erfüllen Wünsche und Träume, zumindest die guten. Feen können zwischen ihrer und unserer Welt wandern. Der Eingang zur Feenwelt liegt ein kleines Bisschen außerhalb der wirklichen Welt. Oft in bestimmten Höhlen oder Bäume, aber auch in alten Steinkreisen oder Ähnlichem. In der Feenwelt verläuft die Zeit anders als bei uns. Wenn man meint, man habe bloß ein Stündchen bei ihnen verbracht, können in unserer Welt bereits viele Jahre vergangen sein.

Kreise:

keine Kanten, kein Oben und Unten, keinen Anfang und kein Ende, kein Vor- und kein Hintereinander. Etwas, was begonnen wurde, wird nun zu Ende geführt, der Kreis schließt sich. Der Kreis ist das Symbol für Ganzheit, Gleichgewicht, Harmonie und Ausgewogenheit. In der Naturwissenschaft und der Mathematik gilt der Kreis als perfekte Form.

2006, ich bin das erste Mal in Afrika, in Namibia. Die Landschaften, die Tiere, die Menschen, haben mich auf diese Reise so sehr fasziniert, dass ich in den folgenden Jahren immer wieder in die verschiedensten Länder Afrikas reiste. Bei all diesen Reisen war ich aber immer an Menschen und Programme gebunden. Ich träumte die ganze Zeit davon, einmal alleine durch Afrika zu reisen.

2014, ich lernte meine persönliche, irdische Fee kennen. Sie lehrte mich, wie wichtig bewusstes Leben ist. Wie man einfachen Situationen bewusst erleben und genießen kann. Sie war es auch, die mir die Wichtigkeit von der Erfüllung eigener Träume vor Augen führte. Meine Fee hatte einen erheblichen Einfluss darauf, dass ich mir meinen Traum von der Selbstfahrertour durch Namibia erfüllt habe.

2016, ich bin wieder in Namibia, auf meiner eigenen Tour, ohne fremde Einflüsse, ich lebe meinen Traum.
Nie hätte ich mir diese fantastischen Erlebnisse, die ich auf dieser Tour erleben durfte, in meinen Träumen ausmalen können.
Eine unvergessliche Zeitreise, eine unbezahlbare, so kostbare Zeit, ein Reise, die meinen weiteren Lebensweg nachträglich beeinflussen wird.

In Afrika befindet man sich auch in einer anderen Welt. Die Landschaften, die Tiere, die Kulturen, die Lebenseinstellung der Menschen ist völlig anders als bei uns. Auch vergeht die Zeit hier vollkommen anders. Am Anfang einer Reise meint man, ich habe ja noch so viel Zeit. Dann ist die Reise aber völlig überraschend bereits wieder zu Ende. Man hat das Gefühl, gerade erst angekommen zu sein, es gibt noch so viel zu erleben, so viel zu sehen. Aber in unserer Welt sind bereits vier oder mehr Wochen vergangen, die Reise ist leider bereits wieder zu Ende.

FairyCircles – Tour Daten:

  • 01. Windhoek – Sesriem
  • 02. Sesriem – Lüderitz
    • Kolmanskop & Bogenfels
  • 03. Lüderitz – Sesriem
  • 04. Sesriem – Bloedkopje
  • 05. Bloedkopje – Goanikontes Oase
  • 06. Goanikontes Oase – Spitzkoppe
  • 07. Spitzkoppe – Ameib Ranch
  • 08. Ameib Ranch – Swakopmund
  • 09. Swakopmund – Palmwag
  • 10. Palmwag – Konzessionsgebiet
  • 11. Konzessionsgebiet – Puros
  • 12. Puros – Aussicht
  • 13. Aussicht – Epupa Falls
  • 14. Epupa Falls – Olifantsrus
  • 15. Olifantsrus – Namutoni
  • 16. Namutoni – Okaukuejo
  • 17. Okaukuejo – Waterberg Plateau
  • 18. Waterberg Plateau – Windhoek


Hier schließt sich mein Kreis!

Wie an einem unsichtbaren Band, wie ein Schutzpatron meiner ganzen Reise,

tauchen sie immer wieder an neuen Stellen auf, meine…

Fairy Circles