Namibia – Namib – 2018

Namibia – Namib

12 Februar 2018

Kgalagadi – Aus

Wieder ging es die Dünen rauf und runter, bis hinter Koos, wo die Dünen der Kalahari enden und durch das karge Kalkrand abgelöst werden.

Kurz vor Keetsmanshoop erkennt man wieder Berge, dann durchquert man den schmalen Streifen mit den Granithügeln und den Köcherbäumen und schon ist man wieder beim Einkaufen und tanken.
Hinter Keetsmanshoop nahm ich die B4, mal eine asphaltierte Straße, die durch ein Sandsteingebirge führt.
Der Sandstein ist dunkel rostrot bis braun, bildete einige Tafelberge und ist wieder ein toller Kontrast zu den roten Sanddünen der Kalahari, den kargen, weißen Kalkrand und den dunklen Granitfelsen.
Die Berge kommen mal näher, mal sind sie weiter weg und immer wieder durchquert man in Serpentinen tiefe Schluchten, die von den Füssen die alle kein Wasser führten, in den Jahrtausenden ausgespült worden sind.
Auf dieser Straße kommt man durch Goageb, aber der Ort schien mir aufgegeben zu sein.
Die Landschaft öffnet sich wieder und langsam erkennt man den ersten roten Sand, an den wind abgewandten Seiten der Berge, der Namib.
Das Sandsteingebirge bleibt hinter mir zurück, die Landschaft ist nun wieder offen und sehr weitläufig und der rote Sand wird immer deutlicher zu erkennen.
Kurz vor dem Ort Aus kommen wieder Berge und Granithügel in Sicht, hier will ich in Klein Aus Vista zwei Nächte bleiben und nach den Wildpferden suchen.
Zwar gibt es auf dem Campground keinen Strom, aber Wasser und Internet gibt es an der Bar auch kostenlos.

Am späten Abend fuhr ich zum Garub Wasserloch, wo sich immer viele Wildpferde zum trinken einfinden, aber es kamen nur drei.
Die Pferde sind vor über 100 Jahren ausgesetzt worden, wobei es zwei Geschichten ihrer Herkunft gibt.
Einmal soll ein Baron sie aus seinem Besitz entlassen haben, einmal sind es die Pferde der deutschen Soldaten aus dem ersten Weltkrieg.

Die Pferde haben es geschafft, über 100 Jahre hier in der Namib zu überleben, aber nun nimmt ihre Zahl rapide ab.
Durch die lange Trockenheit in den letzten Jahren gibt es nicht genügend Gras zu fressen, auch andere Tiere wie Springböcke und Oryx Antilopen sieht man kaum noch hier.

Im Jahr 2015 hat man ein Verein zur Erhaltung der Wildpferde gegründet, der nun Heu finanziert und es immer wieder an verschiedenen Stellen, zur Fütterung verteilt.
Aber durch den Mangel an anderen Huftieren und durch den schlechten Zustand der Wildpferde wurden sie nun eine Beute der Hyänen.

Es soll nur noch 20 Stuten geben, somit ist die Anzahl der Fohlen sehr begrenzt. Wie lange es die Namib Wildpferde noch geben wird ist nicht bekannt, aber sie werden wohl in den nächsten Jahren aus dieser Landschaft verschwinden.