Kgalagadi – 11.02.2018

Kgalagadi Transfrontier Park

Semi-Desert Wilderness

11 Februar 2018

In der Nacht hatte es bereits etwas geregnet und der Himmel war nun, am frühen Morgen, völlig bedeckt.
Bevor mein Zelt völlig nass werden würde, packte ich, noch vor dem Game Drive, schnell alles zusammen.
Die Sichtung der beiden Leoparden hatte sich natürlich am Abend rumgesprochen und entsprechen viele Autos erwartete ich an diesem Morgen an der Rezeption.
Aber nur Steve war vor mir da und wir besprachen, wie wir fahren würden.
Über die Loops an den Wasserlöchern vorbei, oder über die Mainroad, gleich bis hinter das 14te Wasserloch.
Wir entschieden uns für halb, halb, mal Loop, mal Mainroad, mal er, mal ich.
Kurz hinter dem zweiten Wasserloch waren die vier Geparde, auf der rechten Seite, in den Dünen unterwegs.
Was sollten wir tun?
Sie beobachten, ob sie zum Jagen zum Wasserloch runter kommen, oder die Leoparden suchen.
Es war noch recht dunkel, der Regen fing wider an und die Geparde zogen mehr die Düne hoch, also auf zu den Leoparden.
Vielleicht hatte mich mein schlechtes Leoparden Glück ja verlassen.
Ich nahm den Loop über das 13te Wasserloch, ein Gnu hatte gerade ein Kalb zur Welt gebracht.
Die Wolken waren dicker geworden, vom Sonnenaufgang merkte man nichts und der Regen hatte zugenommen. Dann warteten da noch die Leoparden auf mich.
Was für eine tolle Situation, was für ein falscher Zeitpunkt.
Ob das Gnu Kalb besondere in seinem Leben zu erwarten hat, wenn es in einer Halbwüste bei Regen geboren wird? Ein Frage, die mir wohl nie einer beantworten kann.
Hinter dem 14ten Wasserloch traf ich Steve wieder, beide hatten wir nichts gefunden.
Steve wollte sich das 14te Wasserloch einmal genauer anschauen, ich nahm die Straße weiter in Richtung toter Giraffe.

Keine Minute später, auf der rechten Seite, nahe an der Straße saßen die beiden Leoparden, im Regen unter einen Busch.
Meine ersten Leoparden hier im Park. Ich habe sie gefunden, kein anderer ist hier, nur der Regen stört etwas, aber es sind Leoparden.
Ich konnte mein Glück kaum fassen, meine Leoparden, eine Mutter mit ihrem Jungen.

Sie blieben nur kurz sitzen, überquerten die Straße und gingen langsam den Fluss runter.
Soll ich umkehren und Steve holen? Dann werde ich wohl die Leoparden verlieren, wenn sie sich unter einem der Bäum verkriechen.
So weit weg ist das 14te Wasserloch nicht, ich hoffte darauf, dass Steve schnell zurückkommen würde, und beobachtete die beiden Leoparden weiter.
Das erste Auto kam, meine Nachbarn vom Campground und ich konnte ihnen meine Leoparden präsentieren.
Zum Glück kam Steve auch recht schnell wieder zurück, denn nach kurzer Zeit wimmelte es nur so von Autos.
Da die beiden Leoparden immer weiter den Fluss runter zogen, dabei mal auf die andere Seite die Düne rauf, wieder runter, mal einen Baum erklommen, wollte jeder ihnen folgen.
Bei den vielen Autos ist das ein Problem, was sich durch unvernünftige Drängler noch verschlimmert.

Auch kommt meine Kameraausrüstung bei diesen Lichtverhältnissen an ihre Grenzen und alle Bilder, bei den sich die beiden Leoparden bewegten, sind unscharf geworden.

Irgendwann kreuzten die beiden Leoparden wieder die Straße, dieses Mal direkt hinter mir und vor Steve und verschwanden in den Dünen.
Steve ich und ich warten noch lange Zeit in der Hoffnung, dass die beiden zurückkommen würden, denn es war noch immer kühl an diesem Morgen.
Aber sie kamen nicht wieder, sie hatten wohl ein Schlafplatz für den Tag gefunden.
Hungrig sahen die beiden auf jeden Fall nicht aus und der Kleine spielte immer wieder der Wanderung rum. Lief weiter vor seiner Mutter her, duckte sich und fing sie dann ein und kletterte mit Vorliebe auf die Bäume, die sie während ihres Spazierganges passierten.
Ein tolles Erlebnis, die beiden Leoparden bei ihrem Morgenspaziergang eine längere Zeit beobachten zu können und was für ein Abschiedsgeschenk vom Park an mich.
Hätte ich mein Zelt nicht bereits abgebaut, ich hätte wohl noch einmal verlängert, in der Hoffnung, die beiden Leoparden noch einmal zu sehen.
Somit verabschiedete ich mich von den Kollegen in der Rezeption, der Grenzpolizist nahm wieder meine Daten in sein Buch auf und öffnete mir seinen kleinen weiß-roten Schlagbaum.
Ich reiste in Namibia wieder ohne Probleme ein und fuhr bis zur Kalahari Sundown Game Farm um hier wieder eine Nacht zu bleiben.
Allerdings gab es an diesem Nachmittag keinen Strom und somit auch kein Internet, auch das Wetter besserte sich nicht, es war ein typischer Sommertag wie in Deutschland.
Viele dunkle Wolken, keine Sonne und immer mal wieder etwas Regen.