Kgalagadi – 11.01.2018

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Kgalagadi Transfrontier Park

Semi-Desert Wilderness

11 Januar 2018

Die Ausreise aus Namibia und die Einreise in den KTP (Kgalagadi Transfrontier Park) waren in diesem Jahr wieder ein Erlebnis.
Angekommen an der Namibianischen Grenze, werde ich nach meiner Buchung im KTP gefragt. Ich habe keine Buchung für den KTP, um diese Jahreszeit sollte das kein Problem sein, so meine Antwort.
Nein nein, lass dein Auto hier erst einmal hier stehen und gehe rüber. Wenn du deine Buchung dann hast, kommst du wieder und wir machen die ganzen Stempel, so die Antwort von einem Kollegen an der Grenze.
Hahaha, ich liebe den kleinen Grenzverkehr zwischen Namibia und Süd Afrika.
Also gehe ich zu Fuß über die Grenze und melde mich bei der Rezeption an, wobei ich drei wirklich schöne Überraschungen erleben durfte.
Die erste Überraschung, derselbe Kollege vom letzten Jahr, der meine ganzen Umbuchungen so geduldig ertragen hatte, ist wieder da und erkennt mich auch gleich. Ist das gut?
Hallo, auch wieder da? Wie lange willst du dieses Mal bleiben, werde ich freundlich empfangen. Geht es auch wieder in den Teil von Botswana?
Nein, Botswana wohl nicht, aber wieviel Tage ich hier bleibe, ist noch nicht sicher, erwidere ich. Ich bleibe erste einmal vier Tage hier in Mata Mata und dann zwei Tage in Nossob.
Er gibt all meine Daten in den Computer ein, über 2000 Rand Kosten, der Park ist nicht günstig. Du hast noch über 1000 Rand Guthaben, soll ich das verrechnen?
Das war die zweite schöne Überraschung, woher habe ich den hier bei San Parks ein Guthaben? Egal, ja, verrechne es bitte gleich.
Wir reden noch etwas miteinander, so eine Buchung braucht seine Zeit, mindestens eine halbe Stunde. Meine Wild Card ist auch abgelaufen, die müssen wir auch noch erneuern.
Die Wild Card gilt für alle San Parks in Süd Afrika und mit ihr erspart man sich den Eintritt. Für Ausländer ist sie relativ teuer und rechnet sich erst ab einer gewissen Anzahl von Tagen in den Parks.
Für Bewohner aus den angrenzenden Staaten ist sie schon wesentlich günstiger und für Süd Afrikaner kostet sie nur 560 Rand.
Ich habe in diesem Jahr ein Visum für Süd Afrika erkläre ich ihm beiläufig, in der Hoffnung, die Wild Card günstiger zu bekommen.
Ein Visum, was machst du hier so lange, werde ich gefragt. Ich erkläre ihm meine Field Guide Ausbildung und das ich ein halbes Jahr hier bleibe.
Er liest sich das Visum durch, frag noch den Grenzpolizisten, der wie immer an seinem kleinen Katzentisch sitzt und wartet, dann ist er ja hier zeitlich ansässig? Ja, ich glaub schon, erwidert der Grenzpolizist.
Das ist die dritte schöne Überraschung, ich bekomme meine Wild Card als zeitlich Ansässiger, also für 560 Rand und nicht als Ausländer für 2500 Rand.
Nachdem alle Buchungen und Zahlungen erledigt waren, freute sich der Grenzpolizist schon, dass er auch endlich etwas arbeiten durfte.
Leider musste ich ihn enttäuschen und erzähle ihm, mein Auto steht noch auf der anderen Seite in Namibia, ich müsse dort erst ausreisen, die wollten, dass ich erst die Buchung für den Park mache, bevor ich ausreise.
Also machte ich mich wieder zu Fuß zurück nach Namibia, zeigte den Grenzbeamten meine Buchung vom Park und durfte mein Ausreiseantrag ausfüllen.
Ich bekam meinen Ausreisestempel in den Reisepass, der Grenzpolizist nahm noch die Daten von meinem Auto auf, schaute kurz hinten in mein Auto ob ich Feuerholz dabei habe und schon konnte ich über die Grenze fahren.
Feuerholz darf man nicht mit über die Grenzen nehmen, wohl wegen der Insekten, die im Holz leben könnten. Kommt das Holz nun von einer weiter entfernten Region, könnte man so die Insekten über die Grenze bringen.
Für mich ist der Witz an der Sache, die Grenzer lagern das beschlagnahmte Feuerholz neben dem Zoll, können die Tiere, so wie ich auch, zu Fuß über die Grenze laufen.
Auch könnten diese Insekten stechen oder beißen. Aber ob sie das nun in Süd Afrika, in Namibia oder in Botswana machen, macht für mich persönlich keinen Unterschied.
Egal, Vorschrift ist Vorschrift und wer Holz mit über die Grenze nehmen will, der macht das auch, denn die Kontrolle ist mehr oberflächlich.
Ich stelle gerade mein Auto vor dem kleinen weiß-roten Schlagbaum ab, um mich beim Süd Afrikanischen Grenzpolizisten zu melden, da kommt ein LKW-Wohnmobil von der Game Drive Straße bei Mata Mata angerauscht, mit schwarz – weißen Streifen lackiert, wie ein Zebra und Schweitzer Autokennzeichen.
Sie halten vor dem kleinen weiß-roten Schlagbaum an, ein Mann springt aus dem Auto, machte die Schranke auf, das LKW-Wohnmobil fährt durch, er steigt wieder ein und sie fahren weiter nach Namibia.
Ich ging in die Rezeption zu dem Grenzpolizisten und sagte zu ihm, da ist gerade ein Auto über die Grenze nach Namibia gefahren.
Er stand sofort auf, bedankte und entschuldigte sich kurz bei mir und machte sich im Stechschritt auf zum Grenzhaus von Namibia.
Ein paar Augenblicke später kam das LKW-Wohnmobil wieder zurück und der Grenzpolizist rannte, wirklich, er rannte hinterher.
Die Schweizer hielten an und stiegen aus, zwei Frauen und ein Mann. Ihr könnt doch nicht so einfach über die Süd Afrikanische Grenze fahren, ohne euch hier abzumelden, sagte ich zu ihnen.
Ach die kleine Schranke hier, das ist doch nicht so wichtig, bekam ich als Antwort.
Das ist sein Job hier, die Daten aufnehmen und die Schranke öffnen, ihr könnt ihm doch nicht so einfach seinen Job wegnehmen, sagte ich zu ihnen.
Anscheinend hatten sie noch eine längere Tour vor sich und es entsprechend eilig, aber daraus wurde nun nichts.
Der Grenzpolizist kam und war nicht gerade erfreut über die Schweizer und sagte, alle mit reinkommen und die Papiere mitbringen.
An seinem kleinen Tisch nahm er erst meine, dann die Daten der Schweizer auf, von allen dreien.
Anschließend ging es wieder nach draußen zu den Autos, er öffnete mir die Schranke und sagte ich könne fahren, wieder ohne mein Auto zu kontrollieren.
Ich fuhr durch und hielt kurz hinter der Schranke wieder an, nur um zu sehen, was nun mit den Schweizern passiert.
In völliger Ruhe und mit viel Zeit fing der Grenzpolizist nun an das LKW-Wohnmobil zu untersuchen. Gewisse Spielregeln sollte man einhalten, dann hat man in der Regel auch keine Probleme.
Ignoriert man aber diese, so kann es ungemütlich und langwierig werden und wenn ein Polizist etwas finden will, was nicht in Ordnung ist, dann findet er es auch und drückt kein Auge zu.
Ich fuhr weiter zum Campground, mein Lieblingsplatz, direkt am Zaun und mit dem meisten Schatten war frei, wow was für ein Glückstag.
Am Nachmittag machte ich meine erste Erkundungsfahrt den Aoub River runter, aber es waren nicht viele Tiere und Katzen erst gar nicht zu sehen, mein Glück war anscheinend für heute aufgebraucht, aber morgen geht es sicherlich richtig los.