Kgalagadi – 09.02.2018

Kgalagadi Transfrontier Park

Semi-Desert Wilderness

09 Februar 2018

Die Rückfahrt nach Mata Mata ist über die Lower Dune Road geplant, so komme ich noch einmal in den Genuss der Rushhour zum Kij Kij Wasserloch.
Hier in Two Rivers, am Zusammenfluss vom Auob und Nossob, ist es grüner und somit sind hier wesentlich mehr Springböcke und Gnus versammelt.

An der Abzweigung zum Lower Dune und kurz vor dem Kij Kij Wasserloch, lagen drei Geparden auf halber Höhe einer Düne im Schatten eines Busches und beobachteten die Springböcke, von denen eine große Herde hier im Flussbett grasten.
Aber die drei Löwenweibchen sind noch immer am Kij Kij Wasserloch und so zogen sie sich die Geparden nach einiger Zeit weiter in die Dünen zurück.
Geparden werden von Löwen gejagt, oder auch getötet. Nicht wegen ihres Fleisches, nein, weil es Nahrungskonkurrenten sind.
Da hier wohl nicht mehr viel passieren würde, machte ich mich auf den Rückweg nach Mata Mata. Auf halber Strecke sah ich ein dickes, gelbes Band in einem der Bäume am Flussufer hängen.

Oh, das ist kein Absperrband von Arbeitern, das ist eine Cape Cobra.

Sie wand sich um den Baum, verschwand in einem Loch, kam wieder raus, schlängelte sich um den Baum in den Hintergrund, kam wieder nach vorne.
Nun konnte ich endlich meine Cap Cobra beobachten und fotografieren.
Diejenige, die ich im letzten Jahr auf dem Weg nach Nossob sah, war so schnell von der Straße in einem Busch verschwunden, da hatte ich keine Zeit für ein Foto.
Ein Auto nach dem anderen hielt bei mir an, was dort interessantes sein, wurde ich mehrfach gefragt.
Ich erklärte jedem die Cap Cobra, dabei war das gelbe Gummiband an dem dunklen Baumstamm nun wirklich sehr gut zu erkennen.
In Mata Mata habe ich meinen Stammplatz leider nicht bekommen, aber es gibt ja auch noch andere schattige Plätze.
Die Geschichten über den Grenzübergang habe ich ja bereits erzählt, aber am Nachmittag kamen Vater und Sohn über die Namibianische Grenze, auch aus Deutschland, und ich traute meinen Augen nicht.
Sie hatte den Dachgepäckträger voll mit dicken Ästen, offen, für jeden sichtbar. Ihr wisst schon, dass man kein Feuerholz mit über die Grenze bringen darf, fragte ich die beiden.
Wir haben die Äste auf dem Weg hierher aufgesammelt und uns hat keiner etwas gesagt, weder auf der Seite von Namibia noch hier.
Was lernen wir daraus?
Wenn du Feuerholz mit über die Grenze bringen willst, mach es so offen wie möglich. Es schaut jeder nur in das Auto, keiner schaut sich das Auto im Allgemeinen an.
Oder die Grenzpolizisten meinten es handele sich bei dem Haufen Äste auf dem Dach um afrikanische Handwerks-Holzkunst und ist dann ja keinen Feuerholz.
Die Grenzübergänge hier sind immer wieder ein Erlebnis und nie gleich und bergen oftmals kleine und größere Überraschungen.
Am Abend ging es wieder raus, natürlich.
Am zweiten Wasserloch lag eine Gepardin mit einem etwas größerem Jungen im Schatten hinter einem Auto und beobachtete eine kleine Herde Springböcke, die im River grasten.
Sie lag zwar so, dass die Sonne von vorne kam, der Wind aber aus derselben Richtung. Das Auto gab ihr eine gute Deckung und sie lag in der typischen Jagstellung.
Geparden nutzen Autos öfters als Deckung, denn diese werden von den anderen Tieren ignoriert.

Ein Springbock war der Herde etwas vorausgegangen und näher sich langsam dem Wasserloch.
Plötzlich stand der junge Gepard auf und setze sich, etwas entfernt vom Auto, in die Sonne. Keine gute Idee, jetzt könnten ihn die Springböcke sehen.
Obwohl er nun mitten im Sonnenlicht saß, sahen die Springböcke ihn nicht. Kurze Zeit später legte er sich wieder hin, so dass seine Silhouette nun nicht mehr zu sehen war.
Nun kam auch noch ein Gnu, im langsam Schritt, von der anderen Seite auf das Wasserloch zu. Erst sehr spät sah es die beiden Geparden und ich befürchtete, jetzt gibt es Warnrufe von ihm.
Alle Tiere haben verschiedene Warnrufe mit denen sie die anderen warnen, wenn sie eine Gefahr erkannt haben oder meinen, es gäbe eine Gefahr.
Wenn das Gnu nun mit seinen Warnrufen anfangen würde, würden die Springböcke sofort aufmerksam werden und die Chancen für die Gepardin würden rapide sinken.
Zum Glück war es ein einsames, kräftiges Männchen.
Er blieb kurz stehen, schaute sich die beiden Geparden kurz an und ging gemächlich weiter zum Wasserloch. Ein Gepard ist für ein erwachsenes Gnu keine richtige Gefahr, denn es ist zu groß und zu kräftig.

Die Springböcke kamen grasend immer näher zum Wasserloch, nun konnte die Jagt jeden Augenblick starten, die spannende Frage war nur wann.
Plötzlich, ohne das eine Vorwarnung zu erkennen war, sprintete die Gepardin los und jagte den einzelnen Springbock entgegen. Das Junge versuchte seiner Mutter hinterherzulaufen, hatte aber keine Chance ihr zu folgen.
Nur noch eine Staubwolke erinnerte an den Sprint und das zufall bringen des Springbocks.

Etwas langsamer kam auch das Junge zu dem Ort und wollte gleich an die Beute.
Die Gepardin aber nahm den toten Springbock und ging auf die andere Seite des Flusses in den Schatten eines Baumes.
Nun gab es für das ungeduldige Junge endlich etwas zu fressen und die Gepardin konnte sich erholen.

Bevor die Jagt startete, bin ich extra vom Wasserloch weggefahren und hatte mich an die Seite der Straße, in Richtung der Springböcke, gestellt, weil hier die Jagt zu erwarten war.
Der Angriff und der Sprint der Gepardin waren so schnell und starteten so plötzlich, das ich keine vernünftigen Fotos machen konnte.
Hier muss ich noch viel üben. Leider ist solch eine Situation recht selten zu beobachten und somit fehlen mir die Übungsmöglichkeiten.
Aber es war ein beeindruckendes Erlebnis und eines der Höhepunkte hier in Mata Mata.