Desert Spring – 30.01.2017

Bush – Telegraph

30.01.2017

The days of my journey


Hallo meine Lieben!

So, das war sie, meine letzte Nacht im KTP. Es war sehr ungewöhnlich ruhig hier draußen in Bitterpan, es waren fast keine Geräusche zu hören.
Irgendwann meldete sich dann endlich einmal eine Hyäne, ihre Rufe kamen näher, wahrscheinlich ist sie auf dem Weg zum Wasserloch. Aber in unserem Sicherheitscamp, umgeben von dem Hightechschildkrötensicherheitszaun kann uns nichts passieren.
Wie immer bin ich sehr früh am Morgen wach, es ist 4:30 Uhr, alle anderen sind noch am Schlafen. Machen kann man nichts, mit jedem Schritt knarrt das ganze Konstrukt.
5:30, die Sonne geht so langsam auf, also stehe ich auf und koche mir meinen Kaffee, ich habe lange genug gewartet.
Als ich mit meinem heißen, frischen Kaffee auf meinem Balkon setzte, steht auch Südafrika auf und geht in die Küche. Wenig später sitzen auch sie auf ihrer Terrasse und man beobachtet das einsame Wasserloch. Die Schweiz hat den Schlaf Contest gewonnen, von denen ist nichts zu sehen und hören.
Vier Oryx Antilopen ziehen in die Salzpfanne, am Wasserloch tummeln sich zwei Kap Füchse, das war es. Mein Kaffee ist alle, in der Küche treffe ich die beiden aus Südafrika, wir reden noch etwas miteinander, dann packe ich meine Sachen, verabschiede mich von ihnen und dem Ranger, die Schweiz ist noch immer nicht aufgetaucht, und mache mich auf den Weg.

Noch einmal viel Spaß beim Dünen fahren und Löwen oder Leoparden suchen. Es sind viele Tracks in der Spur zu sehen, aber Raubtiere, außer einigen Schakalen, sehe ich keine.

Ich komme wieder auf die Hauptstraße nach Mata Mata und mache mich auf den Weg, noch einmal alle Wasserlöcher abzufahren. Bad Luck! Mein Kredit für Großkatzen ist wohl bereits für diese Tour erschöpft, es ist nichts zu sehen.
Also mache ich mich auf den letzten Weg entlang des Auobriver zurück nach Mata Mata.

Kurz vor dem Campground verabschiedet mich das große Männchen nun doch noch. Zwar nur aus weiter Ferne, von der anderen Seite des Rivers, aber ich freue mich.
Tanken, etwas zu trinken kaufen, Essen machen, in den Pool springen, anschließend so langsam auf den Weg nach Namibia aufbrechen, so mein Plan. Aber der Laden hat geschlossen, die machen wirklich „stock taking“. Also von Nichts alles zählen und aufschreiben und Nichts neu ordern.

Nachdem ich etwas im Pool relaxt hatte und auf dem Weg zur Dusche bin, läuft mir Bernd Wasiolka über den Weg. Was machst du denn hier, du wolltest doch erst ab Anfang Februar hierher kommen.
Sein anderes Projekt bei Lüderitz war eher fertig, da hat er sich gleich auf den Weg in den KTP gemacht. Namibia und Südafrika sind halt doch nur etwas größere Dörfer, man trifft immer wieder dieselben Menschen.
So vergehen noch ein paar Stunden mit viel Gerede über die letzten Wochen hier im KTP, dann wird es Zeit für mich zu gehen.
Das letzte Mal bei der Rezeption auschecken, eine lange Verabschiedung von meinem neuen Freund, er öffnet die kleine Schranke für mich, an der Grenze von Namibia wieder das VISA Formular ausfüllen und fast genau um 15:00 Uhr bin ich wieder in Namibia und habe wieder einen Eintrag in meinem Reisepass.

Es geht auf der Gravelroad bis zur Lodge, kurz anmelden und dann zum Campground. Mein letztes Lager aufbauen, mein letztes Lagerfeuer, meine letzte Nacht im Busch.

Es ist noch recht früh, also wird der Laderaum von Ranger wie jedes Jahr am letzten Tag meiner Tour völlig entrümpelt, ausgefegt und schön, ordentlich wieder hergerichtet.
Noch einmal etwas den Innenraum putzen, Ranger soll doch morgen, wenn es in die große Stadt geht, einigermaßen gut aussehen.

Ja, Ranger hat nun auch sein Nummernschild wieder bekommen. Nachdem ich es fast bei Nossob irgendwo im Park verloren hätte, hatte ich es kurzerhand abgeschraubt.
Nun aber, wo wir wieder auf öffentlichen Straßen mit Kontrollpunkten unterwegs sind und es in die Stadt geht, sollte alles korrekt sein.
Die Lodge und der Campgroung sind völlig überbucht, ich bin der einzige Gast heute.

Da ich den Auobriver so lange Zeit mit dem Auto auf und ab gefahren bin, nutze ich hier nun die Gelegenheit und wandere einmal zu Fuß in dem Fluss.

Die Springböcke schauen etwas sehr irritiert und beobachten mich genau. Anscheinend sehen sie ich doch mehr als Gefahr an, immer wieder höre ich ihre Warnlaute, das unverkennbare schnauben.
Die Sonnen geht langsam unter, nun wird es Zeit, zum Campground zurück zu gehen, das Feuer entfachen und den letzten afrikanischen Sternenhimmel genießen.
Anschließend noch einmal in einem 100000 Sterne Zimmer schlafen, keine Hotel der Welt kann da mithalten.