Desert Spring – 27.01.2017

Bush – Telegraph

27.01.2017

The days of my journey


Hallo meine Lieben!

Als ich gestern nach dem Game Drive zu meinem Zelt zurückgekommen bin, musste ich mich wieder einmal fragen, Warum?
Der Campground ist nur zu einem Viertel belegt, aber irgendjemand mit „Ichbrauchenäheundjemandenummichherum“ Syndrom, musste sein Zelt natürlich direkt bei meinem Aufstellen. Drei ältere Südafrikaner, zwei Frauen, ein Mann.
In der Nacht, so gegen drei Uhr, wurde ich wieder von seltsamen Geräuschen geweckt und fragte mich, bin ich nun langsam zu lange hier? Entstehen bereits neue Windungen und Bindungen in meinem Gehirn, welche Geräusche von harmlos und gefährlich trennen kann?
Oder sind meine Nachbarn schon zu lange und zu oft in der Wildnis gewesen?
Ich bin mir da noch nicht ganz sicher, aber wenn sich das Schnarchen eines Menschen wie die Rufe eine Hyäne anhören, Hyyyyja Hyyyyja, muss es nicht unbedingt an mir liegen.
Meine beiden Lieben, der „Hochfrequenzfrosch“ und der „Im Nebenzimmer läuft ein Kofferradio mit Nachrichten“ Wasauchimmeresfüreintierist höre ich auch nur noch ganz kurz am Abend, dann nicht mehr. Wahrscheinlich blendet mein Gehirn diese Laute bereits aus, da sie ja nicht gefährlich sind, und konzentriert sich mehr und mehr auf gefahrvolle Geräusche, wie das Schnarchen der Nachbarn.

Auf dem morgendlichen Game Drive war nicht viel los, die drei Löwen in der Nähe des Gates, aber noch viel zu dunkel für meine Kamera, etwas später fünf Spotted Hyaenas.
Also fuhren wir wieder zurück zum Campground, Zelt abbauen und von allen verabschieden.
Am meisten tut mir ja mein neuer Freund leid, der südafrikanische Grenzpolizist. Namibia hat ja einen richtigen Grenzposten hier, mit vielen Schranken, Zäunen, Parkplätzen, Schalter für die Einreise, Schalter für die Ausreise, halt alles, was man so an einer Grenze braucht.
Der arme Kollege aus Südafrika hingegen, sitzt an einem kleinen Katzentisch in der Ecke der Rezeption. Keiner nimmt ihn so richtig war, erst wenn man von der Rezeption aufgefordert wird, sich dort anzumelden, fällt einem der uniformierte Posten wirklich auf. Aber unsere Anmeldung hatte ich euch ja bereits beschrieben.
Nachdem so ein bis drei Autos pro Tag aus Namibia durch diese Gate kommen, hat er nicht so viel zu tun und sitzt dort etwas traurig ausschauend, wie seine kleine Schranke, vier lange Monate hier rum.
Seitdem rede ich immer etwas mit ihm, wenn ich mich an oder abmelde. Ärger in etwas, was er Schlimmes angestellt hätte? Wegen seiner Strafversetzung hierher usw.

Die Fahrt nach Nossob war auf jeden Fall schön und unspektakulär, außer diesen ominösen Schildern.
Wie eine aufgetakelte Fregatte gleitet Ranger in der vormittäglichen Sonne ruhig und sanft über die Dünenkämme.

Wehe hier sagt jemand, ich hätte Segelohren!
Bei dem sanften Auf und Ab ging ich in Gedanken die einzelnen Campgrounds durch und fing ein neues Spielte an:

„The African Campground Contest“

Teilnehmerländer: Namibia „NWR“, Südafrika „SanParks“, Botswana „Footprints“
Botswana müsste eigentlich in einer eigenen Kategorie starten, es handelt sich ausschließlich um nicht gemanagte Campgrounds, aber das können wir hier nur bedingt betrachten.
1: Platzangebot der Stellplätze:
  • NAM: große Stellplätze, viel Platz zum Nachbarn.
  • ZA: Kleine Stellplätze, direkt Zelt an Zelt, wie in Europa.
  • BW: Riesige Plätze, der Nachbar wird mit dem Auto besucht.
The Points: BW: Twelve Points, NAM: Six Points, ZA: Zero Points
2: Sanitäre Anlagen, Strom, Pool:
  • NAM: Toiletten, Duschen, Pool, Strom, normaler Stecker (Afrika)
  • ZA: Toiletten, Duschen, Pool, Strom, spezieller Adapter notwendig
  • BW: Plumpsklo, Eimerdusche, fließend Wasser
The Points: NAM: Twelve Points, ZA: Six Points, BW: Zero Points
3: Einkaufsmöglichkeiten, Angebot:
  • NAM: Immer ein Shop dabei, das Angebot deckt das Notwendigste ab, aber immer relative Frisch. Nachts wird der Generator abgestellt, also Vorsicht mit Tiefkühlkost.
  • ZA: Immer ein Shop dabei, das Angebot deckt das Notwendigste ab, aber neue Sachen gibt es erst, wenn alles Alte verkauft wurde. Nachts wird der Generator abgestellt, also Vorsicht mit Tiefkühlkost.
  • BW: Was für Möglichkeiten? Es gibt doch alles in der Natur, die Tiere leben ja auch hier, also stellt euch nicht so an.
The Points: NAM: Twelve Points, ZA: Six Points, BW: Zero Points
4: Tanken, Bar, Essen und andere Angebote:
  • NAM: Immer eine Tankstelle in der Nähe, Bar, Restaurant und andere Angebote vorhanden.
  • SA: Immer eine Tankstelle in der Nähe, nur bei einem Campground Bar, Restaurant vorhanden, andere Angebote vorhanden.
  • BW: Was für neumodische Sachen? Wir haben unsere Natur, was wollen die mehr?
The Points: NAM: Twelve Points, ZA: Six Points, BW: Zero Points
5: Wichtiger Punkt, Wäscheservice:
  • NAM: Nicht kostenlos, Verhandlungssache, aber gut und schnell und kann bei der Putzfrau gebucht werden.
  • ZA: Es gibt Becken für die Wäsche und Wäscheleinen. Keine Klammern, schade um den Tag Urlaub.
  • BW: Bei uns brauchen sie keine Wäsche, hier ist eh keiner, der sie sehen könnte.
The Points: NAM: Twelve Points, ZA: Zero Points, BW: Zero Points
6: Für alle, die es wirklich nicht ohne aushalten, WiFi:
  • NAM: Nicht kostenlos aber gut, kann in der Bar genutzt werden.
  • ZA: Nicht kostenlos, sehr schlechte, oder keine Verbindung, man muss sich an der Rezeption auf den Boden setzen.
  • BW: Bei uns können sie sich mit allem kostenlos verbinden.
The Points: NAM: Six Points, ZA: Zero Points, BW: Twelve Points
Das würde für die Wertung Folgendes bedeuten: NAM: 60 Points, ZA: 18 Points, BW: 24 Points
And the winner is: Das muss jeder für sich selber entscheiden.
Und wie immer in Afrika, es wird etwas Neues aufgebaut und dann nicht instand gehalten. Alles zerfällt nach recht kurzer Zeit wieder oder weist von Vornerein Baumängel auf, falsch eingebaute Türen oder Ähnliches. Schade, aber das trifft jedes Land und fällt somit nicht in die Wertung.
Für alle, die auf ungemanagten Campgrounds einmal einige Tage richtig entspannen wollen, ein wichtiger Tipp:
Das Plumpsklo sollte man vor dem Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang benutzen, da schlafen die Fliegen noch und das Meeting ist dann wesentlich ruhiger und entspannter.

So, dann schlängelte sich noch eine wunderschöne, gelbliche Cap Cobra vor uns über die Straße, noch ein Foto vom Leopard Baum, diesmal mittags, und schon waren wir wieder in Nossob.

„I’ll be back“