Desert Spring – 06.01.2017

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Bush – Telegraph

06.01.2017

The days of my journey


Hallo meine Lieben!

Wie jeden Morgen stand Abahasi früh auf, während Ranger noch schlief. Kaffee kochen, Frühstück machen, Sachen packen und alles für die lange Reise vorbereiten. Als dieses alles erledig war, erwachte auch Ranger aus seinem tiefen Schlaf und mit einem tiefen Brummen vom Ranger, machte sie sich die beiden auf den Weg.
Nach einem sehr langen, heißen, staubigen und harten Ritt, quer durch das ganze Land, sind Abahasi und Ranger, erschöpft und verschwitzt, aber gut und sicher am neuen Lager angekommen.
Aber von Beginn an:
Heute konnte ich etwas ausschlafen und bin erst um 6:00 Uhr aufgestanden. Oh, unter meinem Zelt wohnt ein Skorpion, da musste ich gleich an die Frau aus Belgien vom ersten Abend denken. „Hier gibt es doch Skorpione! Die springen einen an und stechen einen!“. Ja, Skorpione gibt es hier und die die springen, das ist nur die besondere Art „Scorpiones Resilire Sesriemes“. Alle anderen können nicht springen, rotten sich aber im Dunkeln zu kleinen Gangs zusammen, suchen sich gezielt ihr Opfer aus und greifen dann gemeinsam an. Also am besten bei Sonnenuntergang ins Bett gehen, so entgeht man der Gefahr.
Für die lange Fahrt habe ich mir extra die zwar etwas längere Strecke über die C-Straßen rausgesucht, aber die sind hoffentlich in einem besseren Zustand als die D-Straßen.
Straßenkunde Namibia:
  • A-Straßen gibt es noch nicht
  • B-Straßen sind asphaltiert, man darf 120 km/h fahren, es gibt Kontrollpunkte und Geschwindigkeitskontrollen
  • C-Straßen sind teilweise asphaltiert, zum größten Teil aber Schotterpisten und Hauptverbindungswege
  • D-Straßen sind kleine Landstraßen, ausschließlich Schotterpiste und nicht immer in guten Zustand
  • F-Straßen sind sogenannte Farmstraßen, nicht fahren, außer mal will zu einer Farm
Was soll ich sagen, hier war er wieder, der Riss in der Matrix. Genau diese Strecke bin ich im letzten Jahr gefahren, nur aus der anderen Richtung kommend, nur, weil ich nicht immer dieselben Pässe fahren wollte. Und jetzt das, wieder dieselbe Zeit, wieder dieselbe Strecke, wieder derselbe Pass, nur ein anderes Auto und eine andere Richtung, ansonsten ist alles gleich.
Egal, die C19 ist in einem sehr guten Zustand, sie wurde gerade völlig Regradet und Ranger kann sich auf dem ersten Teil der Reise erholen. In den zwei Stunden kommen mir doch sogar vier Autos entgegen und zwei Baumaschinen, die den restlichen Pad neu machen.
Bis zum Zarishoogte Pass ist die Landschaft auch sehr schön, erst die Ausläufer der Namib, dann die Granitfelsen, später die Tafelberge bis zum Pass. Hiernach kommt eine schier unendliche Hochebene, nicht gerade Namibias Vorzeigelandschaft, aber da müssen wir durch, wir sind heute nicht zum Schauen unterwegs.
So geht es gemütlich weiter, bis sich die C14 und die C19 ein kleines Stück der Strecke teilen. Ab hier wird der Pad schlechter, aber nur bis Maltahöhe, denn danach geht es auf Asphalt weiter. Das ist zwar nicht das, was man in Namibia haben möchte, heute geht es aber um Strecke machen.
Irgendwann komme ich in der Metropole Mariental an und habe beim Einkaufen das Problem, alles zu bekommen. Das habe ich mir schon fast gedacht, zum Glück gib es hier drei Lebensmittelmärkte, also Shopping hopping.

Nach dem ich fast alles bekommen habe, geht es weiter, wobei der Pad immer schlechter wird. Das geht solange, bis ich auf die C18 abbiegen muss, hier sind nun die ersten Ausläufer der Kalahari zu erkennen und der Pad wird wesentlich besser.
Es wird deutlich grüner, in lang gezogenen Wellen, auf und ab, zieht sich die Landschaft und der Pad dahin, es wird buschiger, auf den Kämmen der „Wellen“ sieht man den roten Sand zwischen den Pflanzen durchschimmern.
Auch auf dem Pad wird es anspruchsvoller, immer wieder stehen Pfützen auf dem Weg, den ich lieber ausweiche, ich möchte das Auto ja nicht so sehr einsauen.
Bei Gochas verläuft der Rest des Weges dann quasi im Flussbett des Auobriver entlang und irgendwann kommen wir endlich in der Loge an.

Das Wetter ist relativ gut, etwas viele Wolken hier, es sieht nach Regen aus und ganz so heiß ist es hier auch nicht.
Ranger ist völlig verstaubt, ich bin etwas müde, aber nun ist es endlich an der Zeit, den Klappstuhl aus dem Auto auszugraben und ein Lagerfeuer zu entzünden.
Morgen geht es weiter in den KTP, der ist nun nicht mehr weit und wir können uns Zeit beim Frühstücken lassen, bevor Ranger wieder auf den Pad muss.
Wie es ab dem KTP mit der Konnektivität aussieht, kann ich noch nicht sagen, ich bin dann mal wieder weg und verbinde mich mit der Natur.