Bushwise – 28 Jul 2017

Bush – Telegraph

28.07.2017

News from the bush!


Hallo meine Lieben!

Heute ist es soweit, mein Game Drive steht an.
Wir fahren immer um 6:30 Uhr los, somit darf ich heute schon um 4:30 Uhr aufstehen und mich fertig machen.
Die schöne, saubere Uniform angezogen, alle Jacken anziehend die ich habe, das Namensschild angebracht, Handschuhe, Mützen, Sonnenbrille, Fotoapparat, meine neue Cafetiere, echten Kaffee und Kekse für die Kaffeepause einpacken.
Auf geht es zum unserem Essensbereich, die Coolerbox kontrollieren und packen, Wasser kochen und die Thermokannen auffüllen und schnell selber noch einen frischen Kaffee trinken.
Trevor ist mein Trainer was mich besonders freut.
Er ist immer sehr früh da, da gibt es für ihn auch gleich einen Kaffee, bevor ich mit der Kontrolle des Autos anfange.
Alle Reifen ok, auch das Ersatzrad?
Öl, Wasser, Bremsflüssigkeit, alles ok?
High Jack, Radschraubenschlüssel, Spaten, Säge, Axt, Erste Hilfe Kasten, alles im Auto vorhanden?
Einen Drehmomente Schlüssel gibt es hier nicht, das muss man im Gefühl haben, sind aber auch Stahlfelgen.
Alles sie gut aus, nur noch die Coolerbox verladen und langsam die Kollegen zusammen trommeln, es ist bereits 6:25 Uhr, ich wollen los.
In unserer Situation, wir müssen erst zum Reservat fahren, haben wir zwei Briefings vor der Abfahrt.
Eines hier im Campus und eines im Reservat.
Das Briefing hier ist wichtig, weil wir zuerst über eine öffentliche Straße zum Reservat fahren und um die Gäste daran zu erinnern, dass sie auch alles Wichtige für den Game Drive eingepackt haben.
Dieses Mal war es auch soweit, eine Kollegin hatte keine SD Karte in der Kamera, ein Kollege hatte sein Allergiemittel nicht eingepackt.
Man sieht warum solche Briefings doch notwendig sind, wenn sogar angehende Guides ihre Sachen vergessen.
Mein Briefing war recht gut, an zwei Stellen hackte ich etwas und musste meine Liste im Kopf durchgehen.
Ich fragte noch nach wer eine Decke haben möchte, verteilte sie entsprechend und endlich konnten wir losfahren.
Die erste Strecke über die öffentliche Straße dürfen wir noch nicht fahren, die muss zurzeit noch der Trainer fahren, im Reservat wird dann gewechselt.
An diesem Morgen war es besonders feucht und die Windschutzscheibe unseres Autos beschlug sosehr, das wir nichts mehr sehen konnten.

Scheibenwischer?
Was ist ein Scheibenwischer?
Den gibt es hier nicht, denn die Frontscheibe kann man runter klappen, das würde mit einem Scheibenwischer nicht funktionieren.
Uns blieb also nichts anderes übrig, als die Frontscheibe, die so schön vor dem kalten Wind schützt, runter zuklappen.
Mein zweites Briefing verlief auch gut, nur die Anmeldung über Funk bei den anderen Stationen, da muss ich noch an den Namen der Gebiete arbeiten.
Endlich ging es los und Trevor hatte mir eine besondere Strecke versprochen. Er wusste ja, ich bin nicht das erste Mal mit einem Geländewagen in Afrika unterwegs.
Somit fuhren wir die erste Zeit durch bekanntes Gebiet, aber dann ging es durch den zurzeit trockenen Fluss, hinüber auf für uns unbekanntes Gebiet.

Schon diese Durchfahrt hatte es in sich, es ging in einer 100 Grad Linkskurve steil in den Fluss runter und auf der anderen Seite auf losem Schotter wieder steil nach oben.
Aber der gute Toyota Land Cruiser mit seiner 4,2 Liter Diesel Maschine schafft das auch noch im normalen 4×2, also ohne Allradanrieb.
So ging es immer weiter in das unbekanntes Gebiet und ich musste vielen Büschen und Zweigen ausweichen, oder „Achtung Äste!“ nach hinten rufen.
Noch einmal durchquerten wie einen Fluss, hier war es sehr sandig und auf der Gegenseite kam mir ein Traktor mit Anhänger entgegen.
Gut, dann weichen wir nach links in die offene Stelle im Busch aus, leider ist hier noch mehr Sand und schon steckte ich fest.
Der Traktor kam an uns vorbei und so versuchte ich im Rückwärts wieder aus dem Sand zu fahren, was aber nicht möglich war, denn die Räder drehten durch.
Also doch den Allrad aktiviert und langsam aus den Sand raus, wieder auf den Weg zurück fahren.
Noch etwas mit 4×4 Unterstützung den Hang hinauf, dann wieder zurück in zum 4×2 schalten und gemütlich weiter fahren.
Für unsere Kaffee Pause hatte sich Trevor einen besonderen Platz mit einer tollen Aussicht auf das Reservat ausgesucht.
Nachdem ich die Umgebung als Sicher eingestuft hatte, durften auch die Kollegen vom Auto absteigen.
Noch schnell die Toiletten aussuchen und auch hier nach Spuren schauen, die Raucherecke bestimmen und schon konnte ich meinen Kaffeetisch aufbauen.

Mit Tischdecke, Porzellantassen, echtem Kaffee, leckeren Biskuits und Äpfeln.
Sogar einen Müllbeutel hatte ich dabei, was Trevor besonders auffiel.
Trevor und meine Kollegen waren sichtlich angetan von der Aufbereitung meines Kaffeetischs und von der tollen Lage des Platzes.

Wir alle genossen den Kaffee, die Biskuits und die tolle Aussicht und versuchten gleich noch einige Bäume zu bestimmen.
Nach der Kaffeepause packte ich zusammen und räumte alles, wirklich alles wieder in den Wagen, auch das gehört auch zum Job eines Field Guides.

Die Rückfahrt war sehr gemütlich und ohne besondere Vorkommnisse und so brachte ich meine Kollegen und Trevor entspannt und sicher wieder zum Eingang des Reservats zurück.
Meine Beurteilung sowohl von Trevor als auch von meinen Kollegen war sehr gut, nur meine Kenntnisse über Flora und Fauna muss ich noch vertiefen, damit ich den Gästen mehr erklären kann.

Ich selber war mit meinem ersten Game Drive zufrieden, etwas muss ich noch an mir arbeiten, aber das wird in den kommenden Wochen mehr und mehr zu Rutine werden.
Am Nachmittag hieß es dann wieder lernen, lernen, lernen.
Bäume, Büsche, Gräser und Vögel, alle meine Lieblingsthemen mit sehr vielen neuen Informationen und Vokalen, nicht meine Prüfungen.
Fast hätte ich es vergessen, auch die nächsten 15 Vögel Bilder und Stimmen stehen wieder auf dem Programm.

  • Und was Sie betrifft, Treuer Leser …
    … lange Tage und angenehme Nächte!