Bushwise – 25 Jul 2017

Bush – Telegraph

25./26.07.2017

News from the bush!


Hallo meine Lieben!

Unsere immensen Kenntnisse über Bäume durften wir heute bei einer kleinen Wanderung innerhalb unseres Camps erproben.
Zumindest lernten wir mit dem Buch umzugehen und anhand verschiedener Merkmale die einzelnen Bäume mit Hilfe des Buches zu bestimmen.
Der spannendste Teil des Tages stand uns aber noch bevor, unser Sleep out. Heißt, wir werden diese Nacht im Makalali Game Reserve unter freien Himmel übernachten.
Das Makalali Game Reserve ist eines von zweien Trainingsgebieten für uns, in denen wir unsere Ausbildung absolvieren können.
Das heißt für diese Nacht, eine Übernachtung im Big 5 Reserve unter freiem Himmel, nur im Schlafsack und mit wechselnden Wachen in der Nacht.
Für mich sehr unverständlich, wir übernachteten in einem Flussbett, etwas abseits der normalen Game Drive Routen.
Ich habe gelernt, übernachte niemals in einem Flussbett, immer außerhalb, denn man kann immer von einer Springflut überrascht werden, auch wenn der Regen sehr weit entfernt niedergeht.
Gut, wir haben Winter, also Trockenzeit, aber wir hatten auch schon ein Gewitter, gleich am ersten Abend.
Nun denn, Sachen für eine Nacht im Freien packen, auch das ganze Essen, Wasser, Tische, Toilette müssen mit.
Schnell noch einen guten Schlafplatz suchen, wir haben ja Küchendienst.

Die schnellste Toilette in Makalali.
Sehr viel Aufwand für nur eine Nacht, da könnte man auch gleich länger verreisen.
Matt brachte uns bei seinem Game Drive zu unserem Übernachtungsplatz, als wir endlich ankamen wurde es bereits langsam dunkel.
Schnell noch einen guten Schlafplatz suchen, wir haben ja Küchendienst.

Mist, denn hier müssen wir Kochen, beziehungsweise uns um den Braai kümmern, denn Rose haben wir leider nicht mitgenommen.
Durch ein Losverfahren wurde bestimmt, wer mit wem zu welcher Zeit Wache halten muss.
Die Autos standen in vorderen und hinteren Teil des Flussbetts, hier hatten wir jeweils einen Suchscheinwerfer, um die Umgebung nach Tieren abzusuchen.
Dabei achtet man gerade auf Augen, die in der Dunkelheit durch den Scheinwerfer aufleuchten, denn die reflektieren das Licht der Schweinwerfer am besten.
Leider kann man anhand von den Farben der Augen nicht auf die Art des Tieres schließen, da muss man schon etwas genauer hinschauen.
Jeder von uns musste eine Stunde an einem der Wagen mit dem Suchscheinwerfer Wache halten.
Ich bekam die Wache von 1:00 bis 2:00 Uhr mit Pierre und Trico zugelost, nicht gerade die beste Zeit.
Alle zwei Stunden wechselten die Trainer sich ab, so dass immer einen Trainer mit einem Gewehr in der Nacht Wache hatte.
Am Anfang waren alle noch recht munter, aber eine Stunde nach dem Essen gingen die ersten zu Bett, beziehungsweise verkrochen sich in ihren Schlafsack.
Viele kamen jedoch schnell wieder zum wärmenden Feuer zurück, da die Nacht immer kälter wurde und die meisten nur einen leichten Schlafsack für den Sommer mithatten.
Am Anfang wurde ich mit meinem Extremtemperatur-Schlafsack, bis – 30 Grad, Komforttemperatur -5 Grad, belächelt.
Aber nachdem ich mich in meinen Schlafsack gekuschelt hatte, lächelte ich über die anderen, angenehm warm war es hier.
Allerdings hatte ich mein Gesicht bis zu meiner Wache außerhalb des Schlafsacks und das war ehr unangenehm. Ich hatte mir meine schöne Bushwise-Fliese-Mütze aufgesetzt und über meine Ohren gezogen, aber meine Nase war ungeschützt der Nachtkälte ausgesetzt, sehr unangenehm.
Richtig schlafen konnte ich nicht und so bin ich 20 Minuten vor meiner Wache aufgestanden, um mich am Feuer und mit einem Kaffee etwas aufzuwärmen.

Ich übernahm den Wachposten von Stefano, auf dem Weg zu unserer Busch-Toilette.
In weiter Ferne von der rechten Seite her hörte man einige Hyänen rufen, etwas später konnte ich von der anderen Seite einen Löwen hören, aber auch sehr weit weg.
Alles keine Gefahr für uns. Nur der Leopard links von unserem Camp, der sich durch sein auffälliges Atmen verriet, machte mich etwas nachdenklich.
Aber ich hatte zur selben Zeit wie Trevor Wache und er sagte, keine Sorge, der schaut sich nur um.
Das einzig aufregende an meiner Nachtwache waren die vielen Kollegen, die zu dieser Zeit auf die Toiletten gingen.
Auf ihren Weg musterte ich die Umgebung ab, dann schnell das Licht ausmachen, damit alle ihre Privatsphäre haben, um sie im Anschluss, mit etwas Licht, wieder zum Lager zu führen.
Nach meiner Wache verschnürte ich mich richtig in meinen Schlafsack und nutzte auch die Kapuze für mein ganzes Gesicht.
Und siehe da, keine kalte Nase, keine kalten Wangen und ich fand noch drei Stunden Schlaf.
Um 5:00 Uhr stand ich auf, wow, so viele Leute standen bereits am Feuer, oder lagen in der Nähe und schliefen.
Einige hatten wegen der Kälte nicht oder nur sehr wenig schlafen können, anderen war die Umgebung nicht ganz so geheuer.

Langsam wurde es heller, die Sonne zeigte sich etwas und wärmte uns etwas auf.

Unsere Buschtoilette, die ich in der Nacht bewacht habe.
Die letzten standen auf, wir packten unsere Sachen wieder zusammen, beluden die Autos, löschten die letzten Reste unseres Feuers und machten uns auf den Weg zurück zum Campus.
Da die meisten doch sehr übernächtigt waren, wir mit den beiden Themen vom Montag mehr als genügend zu lernen hatten, ließ Ben die Dokumentation über die Bäume am Nachmittag ausfallen.
Wir alle waren sehr froh darüber und die meisten legten sich schlafen.

  • Und was Sie betrifft, Treuer Leser …
    … lange Tage und angenehme Nächte!