Bushwise – 10 Sep 2017

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Bush – Telegraph

KW.36 2017

News from the bush!


Hallo meine Lieben!

Nun ist auch schon das zweite Semester vorbei, zum Glück!
Es war wieder sehr anstrengend und wie immer mussten wir viel lernen, obwohl einige immer noch die Kraft und Zeit haben, fast jeden Tag Party zu machen.
Auch der Appell von Trevor beim Start in das Semester verpufft mehr und mehr, es wird wieder mehr dreckiger und unaufgeräumter.
Die letzte Woche bestand aus den Unterrichtseinheiten Reptilien und Wetter & Klima.
Bei den Reptilien interessieren mich die Schlangen und Chamäleons am meisten, aber Echsen und Schildröten?
Ich habe gelernt, dass es drei verschieden Arten von Schildkröten gibt, Tortoises, Turtels und Terrapins, also Meeresschildkröten, Landschildköten und Süßwasserschildkröten, irgendwie einfacher bei uns.
Aber was bringt mir das?

Die Leopard Schildkröte erkenne ich auch so und die kommt hier am häufigsten vor.
Auch beim Wetter gibt es interessanten Abweichungen zu unserem Wetter in Europa.
Süd Afrika ist von zwei großen Meeresströmungen umgeben, den kalten Benguelastrom aus der Antarktis und den warmen Agulhasstrom von Indien.
Dieses beiden riesigen Kälte- und Wärmepumpen und die Neigung der Erdachse sind die größten Einflüsse hier auf das Wetter, sowohl im Sommer, wie auch im Winter.

Damit ihr euch ein Bild machen könnt,

Damit ihr euch ein Bild machen könnt, anbei eine schöne Illustration von Ben, zum besseren Verständnis.
Zusätzlich hatten wir am Mittwoch noch einen Crash Kurs in Vogel Identifikation und einige Besonderheiten zu den verschiedenen Arten.
Ich weiß nicht, wie ich mir das alles in so kurzer Zeit merken soll.
Von den vier Game Drives, die wir diese Woche hatten, war der von Marco der Beste und Normalste.
Gleich nach dem Start liefen uns zwei Braune Hyänen über den Weg, was sehr selten ist und ich konnte mein erstes wirklich gutes Bild machen.

Zwei braune Hyänen auf der Flucht vor unserem Wagen, in der aufgehenden Sonne in Pidwa.

Auch ein nettes Buschbock Weibchen …

… und ein Kudu Kuh …

… liefen uns über den Weg.
Der Game Drive am Abend war mehr auf dumme Sprüche und Albernheiten ausgelegt und Melanie, angespornt durch Vaughan unserem Trainer, preschte mit etwas zu viel Geschwindigkeit im Dunkeln durch den Busch.
Nach einem kurzen Sprung über einen Bump fragte sie uns im hinteren Teil wirklich, warum steht ihr im Auto?
Die gemeinsame Antwort von uns war, wir stehen nicht wir fliegen.
So sollte man niemals mit Gästen durch den Busch fahren, das ist ziemlich gefährlich.
Die beiden anderen Game Drives mit Trevor waren auch etwas Besonderes.
Wir fuhren nicht die ganze Zeit durch den Busch, sondern machten einen längeren Halt an einem, zurzeit trockenen Flussbett, und setzten uns unter große Jackalberry Bäumen und Lowveld Feigen, um die Vogellektüre in der Natur zu wiederholen.
Nach der Kaffee Pause las uns Trevor einige Abschnitte aus dem Buch „African Folklore and Birds“ vor.
In diesem Buch geht es um die Bedeutung der verschiedenen Vögel in der Kultur der Afrikaner.
So steht die von uns Europäern so verehrte Friedenstaube, als Friedensymbol ganz oben auf der Liste.
Selbst die UN hat das Logo der Taube als neues Symbol für Menschenrechte aufgegriffen.
Das große Problem dabei ist, in den Afrikanischen Kulturen, gilt die Taube als Zeichen des Kampfes und des Krieges.
Der Grund ist einfach und einleuchtend, denn wenn zwei männliche Tauben um ein Weibchen kämpfen, kommt es häufig vor, dass der Kampf bis zum Tode eines Kontrahenten ausgetragen wird.
Was also, wird nun ein Afrikaner denken, wenn er ein Auto der UN mit einer Taube als Logo auf dem Auto sieht?
Es ist sehr schwer, die verschiedenen Kulturen und ihre Herkunft zu verstehen und zu akzeptieren, aber für ein friedliches Miteinander muss es für uns an erster Stelle stehen.
Übrigens, in der Kultur der Afrikaner steht der „Lilac Breasted Roller“, also die Gabelracke, als Symbol für den Frieden und wird auch „Vogel der Sonne“ genannt.
Am Nachmittag fuhren wir wiederum nur kurz durch Pidwa um dann in Siyafunda an einem schönen Granithügel, mit einem traumhaften Blick über das Lowveld, wieder Vögel zu bestimmen.
Die meisten verschwanden nach 10 Minuten und ließen sich beim Haus nieder, ich genoss die anschließende Ruhe und den herrlichen Ausblick.
Pierre, mein Zimmergenosse, hat öfters Kunden, die er in Siyafunda unterbringt und mit ihnen Game Drives durchführt.
Jetzt kann ich mir seine Erzählungen besser vorstellen, wo ich einen kleinen Teil von Siyafunda mit eigenen Augen gesehen habe.
Am Freitag war wieder die obligatorische City Tour angesagt, denn die Off Week steht vor der Tür.
Pierre und ich konnten, dank eines kleinen Auftrages von Trevor, mit Pierres Auto fahren und so machten wir uns recht früh auf den Weg nach Hoedspruit, um uns mit einem leckeren Frühstück für dieses Semester zu belohnen.
Anschließend brachte er mich zum Flughafen, hier hatte ich mir einen kleinen Polo für die kommende Woche gemietet, den es geht für vier Tage in den Krüger Park.


  • Und was Sie betrifft, Treuer Leser …
    … lange Tage und angenehme Nächte!