Bushwise – 08 Okt 2017

Bush – Telegraph

KW.40 2017

News from the bush!


Hallo meine Lieben!

Das war die bisher anstrengendste Woche, hier auf dem Campus, für mich.
Wir haben mit dem Schießen begonnen und hier zählt einmal die Zeit, das Treffen der Zielscheibe und das ganze andere Prozedere rund um den Schießstand und die Sicherheit.
Möchte man durchfallen, lässt man einfach eine Patrone fallen, Dank, nicht kompetent.
Zur Sicherheit, gehört das Überprüfen der Waffe und der Munition auf eventuelle Schäden, die Funktionalität der Waffe sowie das Laden, das rotieren der Munition in der Waffe und immer das Gewehr in eine sichere Richtung halten.
Wir haben sechs Prüfungen zu bestehen und starten mit verbundenen Augen und müssen drei Patronen in das Magazin laden, das Gewehr anlegen, innerhalb von 15 Sekunden, sowie dem anschließende Entladen des Gewehrs, aber ohne Zeitlimit.
Drei Schüsse auf eine 12 Meter entfernte Zielscheibe ohne Zeitvorgabe.
Drei Schüsse auf eine Zielscheibe in 12, 8 und 4 Meter Entfernung und anschließendes laden von drei neuen Patronen, innerhalb von 23 Sekunden.
Drei Schüsse auf eine 8 Meter entfernte Zielscheibe, aus einem bereits geladenen Gewehr mit drei Patronen, wobei eine Patrone eine Fehlzündung hat und wir nicht wissen welche.
Diese müssen wir zwingend in einem 45 Grad Winkel zum Boden auswerfen, aus Sicherheitsgründen, drei neue Patronen laden, einen weiten Schuss abgeben und das alles innerhalb von 25 Sekunden.
Zwei Schüsse auf ein Büffelbild aus 8 und 4 Meter Entfernung, wobei wir zwischen die Augen und den Hörnern treffen müssen, also in das Gehirn des Tieres, innerhalb von 12 Sekunden.
Zum Schluss mein Lieblingsdisziplin, der angreifende Löwe, der mit 25 Km/h auf einen „zugelaufen“ kommt.

Hierbei handelt es sich natürlich auch nur um ein Bild eines Löwen, das auf einen Schlitten montiert ist und mit einer elektronischen Seilwinde gezogen wird.
Wir simulieren einen Bushwalk, gehen also mit einem geladenen, aber gesicherten, Gewehr in der Hand und irgendwann startet die Seilwinde.
Jetzt müssen wir die Gäste warnen, eine Patrone aus dem Magazin laden, den Löwen, erst innerhalb von 8 Meter Entfernung erschießen, laden, nochmals schießen, zwei Patronen nachladen, die Gäste kontrollieren, die Augenreflexe des Löwen prüfen, das Gewehr wieder sichern und uns um die Gäste kümmern.
Die ersten Zielübungen haben wir .22 Kaliber Gewehr durchgeführt, aus Kostengründen, das ist so wie an der Schießbude Puff, laden, Puff, laden Puff.
In der zweiten Runde haben wir dann mit dem .375 Kaliber geschossen. Ja, das ist ein richtiger Bäääng und der Rückstoß ist auch nicht ohne, hat mich wirklich überrascht.
Zum weiteren Übungsschießen und trainieren haben wir über Trevor .303 Kaliber Munition gekauft.

Hier könnt ihr die Unterschiede der einzelnen Kaliber gut erkennen, von links nach rechts, .22, .303 und .375 Kaliber.
Auch diese Woche standen wieder Prüfungen an, unsere letzten Testprüfungen.
Fisch – Muss man den essen?
Taxonomie – das hatte ich noch nicht einmal in der Schule, oder ich war krank.
Conservation and Habitat management – Das Gras in unserem Garten habe ich schon mehrfach gemäht.
History and Culture – Da habe ich das eine oder andere über Süd Afrika schon gehört.
Somit bestand diese Woche aus viereinhalb Unbekannten für mich und ich verbrachte jede freie Minute mit lernen, entsprechend erschlagen bin ich heute.
In der Nacht von Donnerstag auf Freitag hat es hier das erste Mal richtig geregnet.
Gleich sind etliche Frösche aus der Umgebung in unseren Pool beim Klassenzimmer gesprungen und wir konnten endlich unsere gelerntes, wie hört sich ein Advertisement Call, wie ein Time-share Call an, was ist ein Amplexus, bzw. welchen wenden diese Frösche an, welchen Vocal Sac haben sie usw, anwenden.
Jetzt kommt der Interessante Teil, laute Musik, ständiges Gerede, Autos die hin und her fahren, all das stört die Kollegen beim Lernen nicht, aber das schöne Froschkonzert, also natürliche und interessante Laute, gerade für uns angehende Field Guides, störte die Kollegen sehr und sie waren nach kurzer Zeit recht genervt.
Auch fangen tatsächlich bereits einige Kollegen an, über die Hitze zu jammern.
Welche Hitze?
Was machen diese Kollegen, wenn wir Sommer haben und es wirklich warm wird?
Das hier ist halt Afrika, da ist es nun einmal warm.
Auch viele Insekten sind nach dem Regen aus dem Nichts aufgetaucht und überall wimmelt und krabbelt es nun …

… auch ein Wasserskorpion hat es sich bei uns bequem gemacht.
Die ersten Millipedes wandern durch das Camp, auch ein Terrapin hat sich auf unseren Weg zur Schule verirrt und es ist nun nur noch eine kurze Zeitspanne, bis hier alles grün ist.
Am Donnerstag hatte sich eine junge Spitting Cobra zu unserem Raum, an der Außenwand, verirrt. Wir haben sie vorsichtig eingefangen und weit weg, zum Fluss gebracht. Hier hat sie genügend Platz um sich ein Territorium zu suchen.

Heute muss ich mit den Vorbereitungen auf meinen MOC-Game Drive anfangen.
Es ist der letzte Game Drive vor unserer praktischen Prüfung und wir haben eine lange Liste mit allen Punkten bekommen, die wir zu beachten oder zu erfüllen haben.

  • Und was Sie betrifft, Treuer Leser …
    … lange Tage und angenehme Nächte!