Botswana 2018 – 27.02.2018

Botswana 2018 – Regenzeit

** Maun to Khwai **

27 Februar 2018

Es hat die ganze Nacht geregnet, nun ist es etwas besser, aber wir kommen nicht ganz so früh vom Audicamp weg, wie geplant.
Der erste Streckenabschnitt ist einfach zu fahren, es ist eine asphaltierte Straße. Kurz vor dem Moremi South Gate ist wieder eine Veterinärskontrolle, aber wieder nur Auswärts, wir können einfach so passieren.
Wir fahren nicht über das South Gate in den Moremi Park, sondern wollen außen um den Park bis zum Nord Gate fahren.
Die asphaltierte Straße geht bis Sankuyo, dann beginnt eine Mischung von Schotter- und Sandpiste.
Langsam tauchen die ersten Wasserlöcher auf der Straße auf, es geht nun deutlich langsamer voran, obwohl man hier immer noch gut fahren kann.
Die Nutztiere sind nun verschwunden, dafür tauchen Wildtiere an der Straße auf. Von Impalas über Zebras bis hin zu vereinzelten Elefantenbullen sieht man hier bereits alles und wir sind noch außerhalb des eigentlichen Parks.
Das ist das Konzept von Botswana, keine Zäune, die Tiere sollen frei umherziehen können.
Dieses Verkehrsschild habe ich nur ein einziges Mal gesehen, aber es schwebt mir bei jeder Fahrt vor meinem inneren Auge.

Langsam werden sie Wasserlöcher auf der Straße tiefer, ich fahre zum Glück hinter Howard und Blake her. So kann ich immer sehen, welchen Weg sie durch die Wasserlöcher nehmen und wie tief ihr Auto in das Wasser eintaucht.
Je weiter wir nach Norden kommen, umso tiefer und größer werden die Wasserlöcher. Langsam werde ich etwas nervös, denn das eine oder andere Wasserloch ist schon recht tief.
Ich versuche immer auf der rechten Seite durch das Wasserloch zu fahren, so dass kein Wasser in den Lufteinlass kommen kann, der sich im rechten Kotflügel befindet.
Das funktioniert natürlich nur bedingt, oft ist die linke Seite die Bessere, dann ist das rechte Rad tief im Wasser.
Wenn man im Busch eine Umfahrung eines Wasserlochs sieht, sollte man diese unbedingt nutzen, denn die Eiheimischen, die hier öfters entlang fahren, kennen die tiefsten Wasserlöcher am besten.

So geht weiter, bis wir endlich das Dorf Khwei erreichen. Für die 149 Kilometer haben wir über fünf Stunden gebraucht
Hier, mitten im Busch, direkt an der Grenze zum Nationalpark, leben zwischen und mit den wilden Tieren, Menschen.
Es gibt ein paar Häuser mit Gärten, einige Felder, auch Nutzvieh läuft wieder rum. Was die Einwohner machen, wenn Elefanten, Flusspferde oder Löwen kommen, kann ich nicht sagen, aber glücklich wird es sie wohl nicht machen.

Vor dem Nord Gate und dem dahinterliegenden Campground wartet nun die letzte Prüfung auf mich, eine nette Holzbrücke muss noch überquert werden.
Endlich am Gate angekommen, dürfen wir uns wieder ein eines der netten Bücher eintragen und müssen 120 Pula pro Person und 50 Pula pro Auto und Tag Eintritt bezahlen.
Hier gibt es keine Staffelung, Inländer / Ausländer, aber der Schreibkram ist schon immens und es gibt keinen Computer.
Wieder muss ein Baum sein Holz für drei DIN A4 Blätter lassen, bevor wir durch das Gate auf den Campground fahren können.
Auf dem Campground erwartet uns die nächste Überraschung, die Wasserlöcher auf dem Platz sind teilweise noch größer und tiefer als auf der Straße.
Wir haben Platz Nr. MK03 mit einem schönen Ausblich auf den Überwucherten Fluss, aber sehr weit weg von den Toiletten.
Die Toiletten, die näher bei unserem Platz sind, sind außer Betrieb und so drehen wir eine Runde über den Campground, um uns einen anderen Platz zu suchen.
MK 05 sieht ganz gut aus, aber an dem großen Baum in der Mitte sind frische Markierungen eines Flusspferdes.
MK 06 ist noch näher an der neueren Toilette und macht auch einen trocknenden Eindruck, also wollen wir diesen Platz nehmen.
Wir fahren wieder zurück zum Gate und fragen, ob wir den Platz tauschen können. Die SKL Managerin ist gerade im Dorf beim Mittagessen, aber die Frau von Nationalpark meint ja, nur Platz Nr. 1 ist reserviert.
Somit machen wir es uns auf Platz Nr. 6 bequem und bauen die Zelte auf. Howard und Blake sind extrem gut ausgerüstet, ein großes Sonnendach am Auto bietet uns allen Schutz vor Sonne und Regen.
Wir machen bereits recht früh das Feuer an, da kommt die SKL Managerin zu uns und begrüßt uns alle. Sie hat kein Problem mit dem Platzwechsel und erklärt uns noch einige Dinge über den Campground und die Routen, die wir für die Game Drives nutzen können.
Allerdings sind wir alle genügend an diesem Tag gefahren und wollen jetzt ausruhen und das Feuer genießen.
Wenig später fing es mal wieder an zu regnen, aber das Feuer war bereits groß genug und trotzte dem Regen.
Als der Regen wieder aufhörte, kam der Platzwart noch bei uns vorbei, fragte ob wir Feuerholz benötigen, aber für heute hatten wir genügend.
Er setzte sich zu uns redete etwas dummes Zeug und fragte Howard, wie teuer ein Pferd in Süd Afrika sei. Wir drei saßen mit einem großen Fragezeichen im Gesicht da, was will er mit einem Pferd aus Süd Afrika, hier gibt es doch genügend?
Das ist sehr unterschiedlich, von einem Pferd von einer Farm bis hin zu einem Spring und Galopper ist die Preisspanne doch sehr groß.
Er möchte einen Araber kaufen und den dann für Pferderennen trainieren war seine Antwort.
Wir können ihm nicht weiterhelfen, Pferde sind nicht unser Geschäft, waren unsere Antworten.
Wenn wir morgen auf Game Drive gingen, würde er auf unsere Zelte aufpassen, denn die Affen würden die Zelte sonst zerstören, war sein nächstes Angebot.
Das hatten wir auch noch nicht gehört, zumindest wenn nichts zu essen im Zelt ist, gehen die Affen dort normalerweise nicht ran.
Er solle morgen um 7:00 Uhr wieder zu uns kommen, im Moment können wir das nicht sagen, das hängt vom Wetter ab.
Damit gab er sich zufrieden und verließ uns.