Botswana 2018 – 23.02.2018

Botswana 2018 – Regenzeit

** Windhoek to Botswana **

23 Februar 2018

Heute geht es nach Botswana.
Alles ist neu gepackt, noch tanken und frische Lebensmittel kaufen, dann geht es auf dem Trans Kalahari Highway über Gababis zur Grenze.
Ich lasse Windhoek und die Berge hinter mir und wieder geht es durch eine flache Ebene. Je weiter ich in Richtung Botswana komme, umso mehr und größere Bäume sind zu sehen, es wird langsam grüner.
Ich befinde mich zwar immer noch in der Kalahari, aber es ist nicht die Kalahari wie im Süden. Es sind keine wirklichen Dünen vorhanden und nur selten sieht man etwas roten Sand durch das Gras durchscheinen.
Ich komme durch Gobabis, hier muss kein stopp eingelegt werden, denn ich habe alles in Windhoek besorgt.
Langsam nähre ich mich der Grenze zu Botswana. Zwar habe ich nichts von einer Veterinärskontrolle auf meinen Karten finden können, aber an der Grenze gibt es sicherlich eine.
Darum stoppe ich an einer der landestypischen Rastplätze, eine Stelle unter einem Baum mit Schotter, ein paar Stühlen und einen Tisch aus Beton, einer Mülltonne und eventuell ein Sonnendach und packe mein Fleisch aus dem Kühlschrank in die Reisetasche um.
Die Kühlschränke und die obersten Boxe werden meisten kontrolliert, aber in die Reisetaschen schaut nie einer rein und Feuerholz habe ich auch keines dabei.
Ich hoffe an der Grenze Pula zu bekommen, die botswanische Währung, es soll einen Geldautomaten geben, denn ich muss ja die Straßengebühr für Botswana bezahlen.

Ja, das ist Namibia, hier gibt es auch Straßenschilder in Afrikaans.
Bis zur Grenze kommt keine Kontrolle und hier ist nicht viel los. Schnell in das Office gehen, mein namibisches Visum ausgefüllt und meinen Ausreisestempel abholen, schon kann ich weiter bis zur botswanischen Grenze fahren.
Bei der Ausreise aus Namibia gibt es keine Kontrolle von dem Auto, kein Stress, die Einreise in Botswana wird sicherlich komplizierter.
Hinter der neutralen Zone muss man wieder anhalten und in das Grenzhaus gehen. Hier liegen keine Visumsanträge aus, vielleicht hat sich das ja geändert und ich muss, so wie in Süd Afrika auch, keines mehr ausfüllen.
Ich gehe zum Schalter, grüße den Beamten freundlich und halte ihn mein Reisepass hin.
Nein, sie müssen erst das Visum ausfüllen, höre ich von ihm, und bekomme einen kleinen blauen Zettel in die Hand gedrückt.
Also doch noch ein Visum ausfüllen.
Merke, in Afrika immer einen Kugelschreiber bei sich haben, damit spart man sich viel Zeit an den Grenzübergängen.
Wieder zurück beim Beamten am Schalter, wie lange wollen sie bleiben, einen Monat? Dreißig Tage ist ein Monat, ist das ok für sie, fragt er mich.
Es wird wohl reichen und ich bekomme den Stempel für die Einreise in Botswana in meinen Reisepass. Zusätzlich bekomme ich noch einen weißen Zettel, auf dem muss ich meine Reisepass Nummer und Autokennzeichen eintragen.
Ich frage den netten Beamten was und wo ich alles für mein Auto machen muss.
Hinter dem nächsten Schalter mein Auto registrieren und draußen am Schalter die Gebühren bezahlen, bekomme ich von ihm sehr freundlich erklärt.
Hinter dem nächsten Schalter, der nicht besetzt ist, liegt ein Buch aus. Solch eines, wie sie immer in den Lodges oder Campgrounds ausliegen und in denen man sich eintragen muss.
Ich registriere mein Auto in dem Buch, aber was ich dort eintrage interessiert keinen. Keiner ist hier, keiner kommt und kontrolliert es.
Der Geldautomat ist außer Betrieb, hoffentlich gibt das keine Probleme bei der Bezahlung am Schalter für die Straßengebühr und die Versicherung.
Ich gehe raus zum nächsten Schalter, hier muss ich erst meinen Reisepass und den weißen Zettel vorlegen, dann die Papiere von meinem Auto.
Wie immer in Afrika wird auch hier viel Papier vernichtet, für mein Auto müssen drei DIN A4 Blätter herhalten.
Zum Glück kann ich nicht nur in Pula bezahlen, auch Namibia Dollar oder Rand werden angenommen, auch die Kreditkarte wird akzeptiert.
Drei Monate Straßengebühr mit Versicherung und Mehrfacheinfahrt in Botswana kosten 217 Rand.
Einen der drei DIN A4 Blätter bekomme ich, die anderen verschwinden irgendwo, das war es.
Es geht wieder zum Auto, jetzt kommt noch der Zoll, aber auch hier werde ich wieder positiv überrascht.
Ein freundlicher Grenzpolizist will meinen Ausweis und den weißen Laufzettel. Ein kurzer Blick in meinen Pass, der weiße Laufzettel bleibt beim ihm und Gute Fahrt.
Wie jetzt? Kein Blick in mein Auto, keine Kontrolle der Lebensmittel, Feuerholz spielt auch keine Rolle? Der Grenzübergang ist hier ja noch einfacher als in Mata Mata.
Es geht weiter auf der Trans Kalahari, je weiter ich nach Osten komme, umso dichter und dunkler werden die Wolken.
Der große Unterschied hier in Botswana zu Namibia ist nicht die Landschaft, nein, es sind die Zäune.
In Namibia sind entlang den Straßen überall Zäune, hier sieht man selten welche. Der große Nachteil, die ganzen Viecher laufen auf, über oder neben der Straße rum.
Ziegen, Schafe, Esel, Kühe und Pferde sind nun häufige Begleiter meiner Fahrt. Die Wildtiere gehen an die Seite, wenn ein Auto kommt, die Nutztiere schauen dich nur dumm an.
Es gibt zwei Wege diesen Hindernissen zu begegnen, um die Viecher herum fahren, oder sie mit dem Auto von der Straße schubsen. Freiwillig bewegen sie sich keinen Meter, auch wenn man sie mit dem Auto, bim vorbeifahren, fast berührt.
Kommt man zu einer Herde der netten Tiere, die auf der Straße stehen oder sie überqueren, macht man den Warnblinker an, wenn einmal jemand hinter einem ist. Der bremst dann auch und versucht nicht, einen zu überholen, ein gutes Mittel für diese Situationen.

Viel Verkehr herrscht nicht, mal ein LKW, mal ein PKW, was mich freut, denn dann kann ich mich besser auf die Tiere neben und auf der Straße konzentrieren.
Die Straße ist sehr gut, nur die Farbe der Seiten- und des Mittelstreifens ist fast völlig verschwunden. Dafür sind Reflektoren in den Asphalt eingelassen, so etwas haben wir nicht.
So ging es mit 80 Km/h weiter durch die Kalahari, 120 Km/h sind erlaubt, bis kurz vor der Abzweigung von der A2 auf die A3 der erste Regenschauer kam.
Der Nachteil an dem Regen, man muss nicht nur die Fenster schließen und sieht schlechter, nein, nun sind noch mehr Viecher auf der Straße als daneben und saufen das Wasser.
Kurz vor Ghanzi taucht mein Campground Thakadu auf, aber noch schnell weiter bis zur Stadt, Geld holen und einkaufen.
Gleich neben der Hauptstraße ist ein neues Shoppingcenter, hier bekomme ich alles und wieder zurück zum Campground.
Der liegt ca. 3 Kilometer durch den Busch von der Straße entfernt, hat Internet, kaltes Wasser und keinen Strom. Aber für eine Nacht reicht es, es ist ja nur ein Zwischenstopp.
Die Bar macht etwas den Eindruck eines Biergartens, ein Wasserloch ist gleich nebenan, aber viele Tiere werden hier wohl nicht auftauchen.