Botswana 2018 – 15.03.2018

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Botswana 2018 – Regenzeit

** Tulli Block – Molema Bushcamp **

15 März 2018

Das Molema Bushcamp liegt im Tulli Block, in einem privaten Game Reserve, direkt am Limpopo River, der Grenze zu Süd Afrika. Man kann in Pula oder Rand bezahlen, Kreditkarten werden nicht genommen, hier gibt es keinen Strom und somit kein Lesegerät für die Karten.
Der Camp Verwalter ist überaus freundlich und gelichzeitig ein ausgebildeter Field Guide, wie ich später erfahre. Ich bin zurzeit der einzige Gast und bekomme den besten Stellplatz, Nr. 5.
Er erklärt mir den Weg zum Campground, geht mir aber voraus und zeigt mir voller Stolz den Stellplatz,

Es ist traumhaft, beschattet von zwei riesigen Nyala Tree Bäumen und mit Zugang zum Flussbett, der im Moment trocken ist. Nur wenige, kleine stehende Wassertümpel sind zu sehen, viele Bäume und auf der anderen Seite ein großer, hoher Zaun.
Ich vermutete hier den Nationalpark, aber es ist auch ein privates Game Reserve in Süd Afrika, erklärte mir der Field Guide.
Der Camp Verwalter erklärt einem alles sehr genau, die Pflanzen und Bäume die hier wachsen, bis zu den Tieren, die hier leben. Hier erkennt man den gut ausgebildeten Field Guide, mit Liebe zur Natur.
Auch seine Schwester und sein Bruder arbeiten hier, fast ein Familienbetrieb, aber der Campground und die weiter entfernte Lodge gehören jemand anderen.

Jedes Camp hat seine eigene, nach oben offene Dusche …

… und Toilette, wobei ein schwarzer Toilettensitz nicht die beste Lösung ist.
Aber er reduziert automatisch jede Sitzung in der Sonne auf ein Minimum.

Kabelbinder sind immer die beste Wahl und das Allzweckmittel im Busch, um etwas zu reparieren …

… und hat man einmal nicht die richtigen Teile zur Hand, dann kommt halt die afrikanische Lösung zum Tragen.

Leider ist es nicht erlaubt, selber durch das Reservat zu fahren, das sei zu gefährlich, da die Tiere hier an Autos nicht gewöhnt sind, so der Field Guide.

Aber man kann hier im Limpopo River spazieren gehen, oder um den Campground zu Fuß den Busch erkunden, der hier hauptsächlich aus Mopane Bäume besteht.
Endlich gibt es auch wieder trockenes Feuerholz, welches sofort, ohne Probleme, zu brennen anfängt. Das war in den letzten Wochen etwas anders, das Holz war meist feucht und brauchte eine Ewigkeit und viele Anzünder, um endlich wirklich zu brennen.
Bei dem vielen Regen in der letzten Zeit ist das aber auch kein Wunder, das Holz liegt meisten offen zum Verkaufen aus.
Gegen 17:30 Uhr kommt eine Gruppe Paviane zu meinem Campground, sie spielen noch etwas im Flussbett und ziehen sich dann, in den etwas weiter entfernten Nyala Baum zum Schlafen zurück.
Paviane sind nicht gerade meine Lieblingstiere, aber diese zu beobachten ist sehr interessant.
Sie sind Menschen nicht sehr gewohnt und halten einen respektvollen Abstand zu mir. Im Gegensatz zu den anderen Pavianen, die Räuberisch über Camping- oder Parkplätze ziehen und alles Essbare mitnehmen, was sie zu fassen bekommen, auch direkt vom Tisch hinter einem.
Das Auto muss immer verschlossen sein, auch hier wird alles ausgeräumt und will man sie verscheuchen, drohen sie einem noch.
Um 18:30, als es langsam dunkel wird, erklimmen auch die letzten den Baum, es herrscht noch etwas krach, gerade die Kleinen sind öfters am Schreien.
Das alte Männchen gibt leise, dumpfe, grunzende Laute von sich und nach und nach beruhigen sich alle, es wird immer ruhiger, jeder hat wohl nun seinen Schlafplatz gefunden.
Ab 20:00 Uhr ist es dann still in dem Bau, alle scheinen zu schlafen. Aber es scheint nur so, denn einen richtigen, langen und tiefen Schlaf haben Wildtiere nicht.
Solche Paviane im Baum zu haben hat auch sein Vorteil. Sie würden sofort Alarm schlagen, wenn sich ein Feind, also ein Löwe oder Leopard, dem Baum nähren sollte.
Ich genieße diesen Abend sehr, die Trockenheit, die Friedlichkeit und Stille im Busch und entschließe mich noch eine zweite Nacht hier zu verbringen.