Botswana 2018 – 01.03.2018

Botswana 2018 – Regenzeit

** Khwai to Savuti **

01 März 2018

Es hatte fast die ganze Nacht durchgeregnet du so stand am Morgen unser Platz langsam auch Unterwasser.
Auch unser Platzwart war wieder da, aber beim Einpacken habe ich mein System und kann keine Hilfe benötigen.
Auch Howard und Blake benötigten keine Hilfe und so saß er auf einer Baumwurzel und schaute uns zu, wie wir uns nassen Sachen verstauten.

Heute hatten wir eine Strecke von 109 Kilometern zu bewältigen und Angesichts des vielen Regens stellten wir uns auf viele, tiefe Wasserlöcher ein.
Wir verließen den Campground wieder durch das Nord Gate und über meine Lieblingsbrücke, fuhren wieder durch Khwei, denn wir mussten ein gutes Stück dieselbe Strecke zurück fahren, bis die Abzweigung zu Savuti kommt.
Ja, die Wasserlöcher hatten sich tatsächlich noch etwas mehr gefüllt und wieder trat mir bei jeder Durchfahrt der Schweiß auf die Stirn.
Es ging wieder an Impalas, Zebras und Elefanten vorbei und irgendwann tauchte das handgemalte Schild nach Savuti auf der linken Seite auf.
Da die Hauptstraße schon recht schlecht war, stellte ich mich auf noch mehr Wasser auf dieser Nebenstraße ein.
Kurze Zeit später erreichten wir das Mababe Gate und wieder mussten wir uns registrieren, den Eintritt hatten wir ja bereits für alle Tage bezahlt, was uns den ganzen Papierkram ersparte.

Hinter dem Gate verlief der größte Teil der Strecke auf einer etwas höher gelegenen Sandbank.
So wie es in der Kalahari Düne rauf, Düne runter geht, ging es hier Sandbank rauf, Sandbank runter, rein in das Wasserloch, raus aus dem Wasserloch.
Nur waren die Abstände hier wesentlich kürzer und so tuckerten wir mit 10 Km/h über die Piste.
Sandbank, Wasser, Sandbank, Wasser und immer wieder die Frage, wie tief wird das Wasser sein.
Uns kamen tatsächlich drei Autos entgegen, also kann man hier fahren. Es ging noch etwas weiter, bis wir auf eine Elefantenherde stießen, die gemütlich in derselben Richtung auf der Straße unterwegs waren wie wir.
Es war eine recht große Herde mit Jungtieren und einem Bullen dabei, die sich nicht entscheiden konnten auf welcher Seite die Mopanabäume besser schmecken.
Es waren immer Tiere links sowie auf der rechten Seite und durch die Herde fahren wollten wir nicht.
Ebenso das vierte Auto auf der Strecke, das versuchte uns entgegen zu kommen, hatte dasselbe Problem wie wir.
Wir warteten und fuhren wieder ein kleines Stück weiter, wenn die Herde auch weitergezogen war.
Es war schön, diese Tiere hier so friedlich zu beobachten und ihnen Zeit und Raum zu geben, denn wir sind hier die Eindringlinge in ihrem Lebensraum.
Nun kam ein Auto von hinten, bunt beklebt mit irgendwelchen Namen, ein Engländer und ein Franzose, First Water prangte in großen Buchstaben auf dem Dach des Autos und hielt neben mir.
Ob ich ein Problem hätte und sie mir helfen könnten, fragten sie mich.
Nein, antwortete ich, ich habe kein Problem, da ist nur eine Elefantenherde auf der Straße und wir müssen warten, bis sie gehen.
Das ist doch kein Problem bekam ich als Antwort und schon waren sie auf den Weg, mitten in die Herde.
Sie ließen den Motor aufheulen, machten einen U-Turn mitten zwischen den Elefanten, die das nun überhaupt nicht nett fanden.
Einige der größeren Tiere trompetete lauf, ihre Ohren flappten weit hin und her und einige starteten auch einen Scheinangriff.
Das Auto kam zurück, hinter ihm das Auto, das uns entgegen kam und sie rauschten an uns vorbei.
Auch das zweite Auto hatte dieselben Aufkleber und dieselben großen Buchstaben First Water auf dem Autodach stehen, nur hinter den beiden Namen auf der Tür waren zwei französische Flaggen zu erkennen.
Die beiden Autos gehörten also zur selben Organisation, wahrscheinlich Europäisch, und spielten hier etwas Cowboy im wilden Land.
Genau dieses dumme und unverständliche Verhalten bereitet dann anderen Probleme, denn die Elefanten verbinden dann Autos mit Gefahr und werden aggressiv, wenn sie andere Autos sehen, die ihnen zu nahe kommen.
Dann spricht man von Problemelefanten, weil sie Autos angreifen und sie werden abgeschossen.
Ein völlig falsches und sehr dummes Verhalten, auch Howard und Blake waren mehr als entsetz und entrüstet über das Verhalten des einen Fahrers.
Wir ließen den Elefanten ihren Raum, beobachteten sie beim fressen und die Kleinen beim Spielen und nutzten die Zeit für unser Lunch.
Hinter uns tauchten immer mal wieder andere Elefanten auf, diese wanderten aber nicht die Straße entlang, sondern überquerten sie nur.

Nach fast einer Stunde entschieden sich die Elefanten vor uns für die linke Straßenseite und wir konnten sie ohne Probleme passieren.
Auch diejenigen, die noch etwas näher an der Straße standen und waren entspannt, als wir an ihnen vorbeifuhren, beobachteten uns zwar, aber fraßen in Ruhe weiter.
So soll, muss es sein, dann haben die Elefanten ihren Lebensraum und wir ein tolles Erlebnis, so nahe, ohne Probleme bei wildlebenden Elefanten zu sein.

Die Sandpiste ging so weiter, an einigen Stellen gab es Umfahrungen die wir nutzten und nach fast sieben Stunden erreichten wir den Campground von Savuti.
Wieder durften wir uns registrieren und das erste Mal musste ich in Botswana eine Formular, eine Verzichtserklärung für Unfälle unterschreiben.
Das bedeutet, alles was mir passieren kann geht auf meine Kappe, das Camp übernimmt keine Haftung.
Auf jedem Game Drive oder in jedem Naturschutzgebiet im Südlichen Afrika ist das üblich, wohl nicht in Botswana.

Auch hier wechselten wir den gebuchten Stellplatz mit einem, näher zu den Toiletten.
Die Toiletten hier sind Elfentensicher gebaut, fast eine kleine Festung, auch der Wasserhahn ist in einem Betonblock verschwunden.
Wer allerdings auf die Idee gekommen ist, ein Rohr, keine 20 cm über den Boden in einen Betonblock einzulassen um dort den Wasserhahn zu platzieren, war wohl noch nie in Afrika.
Einen besseren Platz für Schlangen oder Skorpione kann man kaum schaffen.
Also, immer erst in das Loch schauen und mit einem Stock reinstochern, dann erst reingreifen und den Wasserhahn benutzen.

Der Campground in Savuti ist größer, höher gelegen und aufgeräumter als in Khwai, aber Feuerholz konnten wir keines in dem kleinen Shop kaufen.
Howard winkte kurz zu einigen Arbeitern auf einem Bakkie und rief wir brauchen Feuerholz.
Blake und ich glaubten nicht, dass sie ihn verstanden hätten und machten uns auf die Suche nach Feuerholz.
Zwar ist es verboten im Park Feuerholz zu sammeln, aber was soll man machen, wenn man keines kaufen kann.

Allerdings ist das Camp so aufgeräumt, das wir keines fanden und so stellten wir uns darauf ein, mit unserem restlichen Holz nur unser Fleisch zu grillen.
Keine Stunde später kam derselbe Bakkie zu uns zurück und brachte uns Feuerholz. Eine sehr gute Ladung, die uns gerade einmal 40 Pular kostete.
Howard freute sich über sein Organisationstalent und Blake und ich konnten es nicht glauben.
Kurz, nachdem wir unser gutes Essen verspeist hatten, fing es wieder an zu regen.
Wir verzogen uns in unsere Zelte, mit der Hoffnung, es würde bald wieder aufhören.